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Cynops orientalis
Familie: Salamandridae
Vorkommen: Mittel- bis Ostchina; kleine, stehende oder langsam
fließende Gewässer
Bezeichnung: Chinesischer Zwergmolch oder Chinesischer Feuerbauchmolch
Unterarten: keine
Beschreibung:
Die Weibchen des chinesische Zwergmolches können bis zu 10 cm lang
werden. Männchen werden kaum länger als 8 cm. Die Oberseite
ist ein kräftiges Schwarz, das gelegentlich bis schiefergrau variieren
kann. Die Parotiden sind gut ausgebildet. Von dort verläuft auf beiden
Seiten ein mehr oder weniger deutliches Band aus graublauen Pünktchen
oder Strichen, das bis auf den Schwanz reicht. Zusätzlich können
einzelne rote Punkte auf der Oberseite zu sehen sein. Die Unterseite ziert
ein kräftiges Orange bis leuchtendes Rot, das von unregelmäßigen
schwarzen Flecken durchsetzt ist. Die inneren Finger und Zehen sind ebenfalls
rot. Das Männchen unterscheidet sich vom Weibchen durch eine in der
Paarungszeit halbkugelförmig angeschwollene Kloake. Ein noch deutlicheres
Unterscheidungsmerkmal ist aber der beim Männchen wesentlich kürzere
Schwanz. Dieser ist bei beiden Geschlechtern stets kürzer als die
Kopf/Rumpflänge.
C. orientalis hat keine Rückenleiste.
Cynops orientalis wurde in den letzten Jahren häufig importiert.
Inzwischen gibt es Zuchtgruppen bei vielen Pflegern, so dass ein Import
von Wildfängen nicht mehr erforderlich wäre. Jeder der sich
für die Anschaffung dieser Art interessiert, sollte grundsätzlich
nur Nachzuchten erwerben. Hierdurch werden die Wildbestände geschont,
und außerdem sind die Wildfänge bis sie dann endlich in unserer
Aquarien landen häufig schon so geschwächt, dass sie nicht mehr
lange überleben. Eine traurige Erfahrung, die schon zahlreiche Einsteiger
in die Molchhaltung machen mussten.
Haltung:
Die adulten Molche dieser Art können voll aquatisch in einem gut
durchkrauteten Aquarium gehalten werden. Für die Rotfärbung
der Bäuche ist es wichtig ausreichend karotinhaltiges Futter wie
Wasserflöhe und Bachflohkrebse zu bieten. Aber auch Mückenlarven,
Tubifex, Enchyträen, Regenwürmern, Stubenfliegen u.s.w. werden
gerne genommen.
Wird das Wasser über eine Aquarienpumpe gereinigt, sollte diese so
angeordnet sein, dass kaum Wasserbewegung entsteht.
Mit zwei bis drei Jahren sind erste Paarungsaktivitäten zu beobachten.
Temperaturen um 22 °C sind im Sommer optimal. Kurzzeitig werden bis
26 °C problemlos vertragen. Eine Winterruhe ist nicht erforderlich.
Absenkung der Wassertemperatur auf etwa 10 bis 15 °C sind ausreichend.
Die Beleuchtung sollte dem natürliche hell/dunkel Rhythmus angepasst
werden.
Paarung:
Brünstige Männchen laufen und schwimmen auf der Suche nach paarungsbereiten
Weibchen aufgeregt umher. Sobald sie ein Weibchen entdecken, wird dies
einige Zeit verfolgt und an Kloake und Flanke geruchlich geprüft.
Hierbei kommt es vor, dass das Männchen mit einem Vorderbein auf
den Rücken seiner Auserwählten steigt. Schließlich platziert
es sich quer vor dem Weibchen, um diesem den Weg abzuschneiden und ihm
durch intensives Wedeln des Schwanzes Duftstoffe zuzufächern. Zum
Absetzen der Spermatophore kriecht das Männchen vor dem Weibchen
weg, wobei die rote Unterseite des Schwanzes wie eine Signalflagge wirkt.
Das Weibchen folgt, bis vom Männchen die Spermatophore abgesetzt
wird. Beim überschreiten der Spermatophore durch das Weibchen kann
diese an der Kloake haften bleiben und die Samen können aufgenommen
werden.
Eiablage:
Die Laichzeit liegt üblicherweise von Anfang April bis Juni. Bei
mir legte ein einzelnes Weibchen in dieser Zeit mindestens 120 befruchtete
Eier.
Zur Eiablage wird mit einem oder mehreren Blättchen der Wasserpflanzen
eine Tasche um die Kloake geformt. Hier hinein wird nun das Ei gedrückt.
Anschließend verharrt das Tier noch einige Minuten wie erstarrt
in dieser Stellung bis die Gallerthülle des Eis aufgequollen ist,
um nun unvermittelt zur Wasseroberfläche zu schwimmen und Luft zu
holen.
Inkubation und Aufzucht:
Bei ca. 17 bis 18 °C beträgt die Zeit bis zum Schlupf 14 bis
28, im Mittel 17 bis 18 Tage. Die kleinen Larven schlüpfen mit einer
Länge von ca. 1 cm.
Die erste Ernährung kann mit kleinen Daphnien, Moina, frisch geschlüpften
und gut gespülten Artemia u.s.w. erfolgen. Später wird dann
auf größere Wasserflöhe, Tubifex, Mückenlarven, Bachflohkrebse
und Enchyträen umgestellt. Die Larven entwickeln sich unterschiedlich
schnell und müssen nach Größenklassen getrennt werden.
In heißen Sommern beträgt die Zeit bis zur Metamorphose ca.
drei Monate; bei kühleren Temperaturen bis zu vier Monate und mehr.
Nun muss den Tieren unbedingt ein leicht zu erreichender Landteil angeboten
werden, da sie sonst ertrinken können. Frisch metamorphorisiert haben
sie eine Länge von 2,8 bis 4 cm.
Frisch geschlüpfte Larven scheinen etwas wärmebedürftiger
zu sein. Während größere Larven bei Temperaturen von 10
°C problemlos überwintern und nur in ihrer Entwicklung stagnieren,
sterben frisch geschlüpfte Tiere bei Temperaturen unter 15 °C
häufig ab.
Die Aufzucht der Jungmolche läuft mit Springschwänzen, Enchyträen,
Tubifex, Fruchtfliegen und insbesondere Blattläusen relativ problemlos,
wenn für ausreichend Hygiene gesorgt wird. Mit Beginn der kühleren
Jahreszeit können die dann gut ein halbes Jahr alten Tiere langsam
wieder ins Wasser zurückgewöhnt werden. Mit Schwimmkorkinseln
und reichlich Pflanzenwuchs und einem flachen Wasserstand gewöhnen
sie sich nach und nach an eine aquatische Haltung.
Paul Bachhausen, Am Püttkamp 20, 40629 Düsseldorf, E-mail:
salamanderseiten@gmx.de
Literatur:
BACHHAUSEN, PAUL (Jan. 2003), Die Feuerbauchmolche der Gattung Cynops,
Teil 2 - REPTILIA
BACHHAUSEN, PAUL (Dez. 2002), Die Feuerbauchmolche der Gattung Cynops,
Teil 1 - REPTILIA
BACHHAUSEN, P. (Febr. 1998): Der Chinesische Zwergmolch ein dankbarer
Pflegling für die voll aquatische Urodelenhaltung. - Elaphe, Rheinbach
6(1): 13-16
SPARREBOOM, M. & M. MOUTA FARIA (1997): Sexual behavior of the Chinese
fire-bellied newt, Cynops orientalis - Amphibia-Reptilia 18(1): 27-38
SPARREBOOM, M. (1997): Das Fortpflanzungsverhalten des Cynops orientalis.
- Elaphe, Rheinbach 5(2): 93
WOLTERSDORF, W. (1906): Über Triton pyrrhogaster subsp. orientalis
DAV. - Zoologische Anzeiger 30 (17/18): 560-563.
RIMPP, K (1985) : Salamander und Molche - Stuttgart, Eugen Ulmer Verlag
Große, W.-R. (1994) : Molche und Salamander - Leipzig, Jena, Berlin,
Urania Verlag
Quelle:
www.salamanderseiten.de
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