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Ranodon sibiricus
Sibirischer Froschzahnmolch, Sibirischer Bachrandsalamander
Engl.: Semirechensk Salamander
Merkmale, Kennzeichen:
Einheitlich gelbgrau bis gelbgrün gefärbt. Unterseite heller. Über
den Körper können kleinere schwarze Punkte verteilt sein. Manche Tiere
haben an den Seiten auch ein Mosaik aus schwarzweißen Punkten. Jungtiere
besitzen meist kräftigere Farben. Insgesamt gesehen sind es kräftige,
robuste Tiere, die Gesamtlängen von deutlich über 20 cm erreichen können.
Die Männchen haben breitere und muskulösere Köpfe und einen deutlich längeren
und höheren Schwanz als die Weibchen. Auch die Vorderextremitäten sind
kräftiger gebaut, wahrscheinlich eine Anpassung an die besondere Fortpflanzungsweise.
Verbreitungsgebiet:
Mittelasien. Beschränkt auf den Gebirgszug des Dschungarischen Alataus,
der sich in südnördlicher Ausrichtung im Grenzgebiet zwischen der Republik
Xinjiang (China) und Kasachstan befindet.
Fortpflanzung:
Ranodon gehört zu den Hynobiiden, eine sehr ursprüngliche Gruppe
der Schwanzlurche, die unter anderem durch eine äußere Besamung der Eier
gekennzeichnet ist. Über Paarung sowie Eiablage und Besamung der Eier
ist kaum etwas bekannt. Das meiste resultiert aus Terrarienbeobachtungen.
Wahrscheinlich setzt das Weibchen zuerst die beiden Eisäcke ab, die in
der Regel an Hartsubstrat (unter Steinen oder Holz) befestigt werden.
Häufig geschieht dies versteckt unter Steinen, aber nicht selten auch
frei im Wasser. Daraufhin umgreift das Männchen mit seinen kräftigen Vorderextremitäten
einen Eisack und setzt darauf eine Spermatophore ab. Die Spermien dringen
durch die Gallerte des Eisackes und befruchten die Eier. Es gibt aber
auch Berichte, daß zuerst die Spermatophore abgesetzt wird (sie soll 4
cm lang sein), und daß das Weibchen auf die Spermatophore die Eisäcke
klebt. Ein Gelege umfaßt in der Regel 38-58 Eier und die Eisäcke sind
kurz nach der Ablage ca. 3 bis 4 cm lang. Im Laufe der Embryonalentwicklung
dehnen sie sich zunehmend und sind zum Schlupfzeitpunkt der Larven zwischen
10 und 30 cm lang. Mit einer Gesamtlänge von 17-20 mm verlassen die Larven
den Eisack, und sie benötigen, je nach Umweltbedingungen, mehrere Jahre
bis zur Metamorphose.
Gefährdung:
R. sibiricus gehört zu den seltensten und gefährdetsten Schwanzlurchen
der Welt. Nur noch wenige größerer Populationen sind in Kasachstan bekannt,
in China nur eine einzige. Für die Art sind dringend Schutzgebiete auszuweisen
und kontrollierte Zuchtprogramme notwendig.
Terrarienhaltung:
Adulte Tiere sind relativ einfach zu halten; benötigen ein größeres Aqua-Terrarium.
Über erfolgreiche Nachzuchten wurde bisher nur von Thorn berichtet.
Literatur:
Bannikov, A.G. (1958): Die Biologie des Froschzahnmolches
Ranodon sibiricus Kessler. - Zool. Jahrb. Syst. Ökol. 86 (3): 245-252.
Thorn, R. (1994): Courtship behavior, fertilization of eggs,
and rearing in captivity of the Semirechensk Salamander, Ranodon sibiricus
Kessler (Amphibia Caudata). - Russian J. Herpetol. 1 (1): 86-90.
Thiesmeier, B (1996): A morphological and ecological approach
to the classification of the larvae of Semirechensk salamander (Ranodon
sibiricus) and the long-tailed clawed salamander (Onychodactylus fischeri).
Advances of Amphian Research in the Former Soviet Union 1: 131-138.
Dolmen, D., J.V. Arnekleiv & R. Kubykin (1997): Habtat
and abundance of the Semirechensk Salamander (Ranodon sibiricus) at a
site in the Borokhujir River valley, Kazakhstan. - Advances of Amphian
Research in the Former Soviet Union 2: 45-70.
Thiesmeier, B. & H. Greven (1997): Neues über Ranodon
sibiricus in Kasachstan und im angrenzenden China. - elaphe 5: 94-95.
Text und Bilder von Dr. Burkhard Thiesmeier thiesmeier@cityweb.de
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