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Haltung:

Taricha granulosa:
Taricha granulosa kann ganzjährig ab einem Alter von ca. einem Jahr aquatisch (siehe Jungtiere) gehalten werden. Es wurde auch in der Natur ein ganzjähriger Aufenthalt in Zisternen für T.granulosa und T.torosa torosa beobachtet. Die Größe sollte gemäß den allgemeinen Haltungsrichtlinien für Molche und Salamander der Größe und der Anzahl der Tiere angepaßt werden. Das heißt vier subadulten Tiere (ca 12cm groß) sollte in einem 60x30cm Aquarium untergebracht werden. Die Wasserhöhe sollte 20-30cm betragen. Kann aber auch darüber hinausgehen. Schwimmende Holzrinden und Korkinseln als Möglichkeit aus dem Wasser zu klettern müssen angeboten werden. Eine dichte Bepflanzung mit den üblichen Wasserpflanzen (Wasserpest, Laichkraut etc.) ist notwendig, spätestens für die Eiablage, aber auch um den Tieren Versteckplätze zu geben.
Verträglichkeit: gut. Es kommt nicht zu aggressiven Auseinandersetzungen, auch nicht während der Fütterung. Bißwunden wurden noch nie beobachtet. Zu gegenseitiger Vergiftung (siehe Toxin) kommt es nicht, da das Gift von den lebenden Tieren nicht in nennenswerten Mengen ins Wasser abgegeben wird.
Temperaturen: Jahrzeitabhängig werden die Tiere bei Wassertemperaturen von 5-24°C gehalten. Bei den höheren Temperaturen zieht es die Tiere vermehrt auf die "Inseln". Eine kühle Überwinterung (5-12°C) ist notwendig für die Fortpflanzungsaktivitäten (siehe Nachzucht) der Tiere. Jungtiere können, um das Heranwachsen zu beschleunigen, im ersten Winter auch bei Raumtemperatur weitergehalten werden.
Futter: Die Futterpalette reicht bei aquatischer Haltung von Lebendfutter bis Frostfutter, wobei - im Kontrast zur Größe der Tiere - nur kleinere Futtertiere bzw. kleingeschnittene Futterteile akzeptiert werden. Ein mittlerer Regenwurm, der z.B. von einem Kammmolch gleicher Größe problemlos verzehrt wird, wird von den Tarichas nicht aufgefressen. Es empfiehlt sich daher die Würmer in die akzeptierte Größe zu zerteilen oder gleich kleineres Futter, wie z.B. rote Mückenlarven (lebend und Frostfutter) anzubieten. Die Tiere akzeptieren sehr leicht Frostfutter und es scheint, daß ihr Freßverhalten mehr über den Geruch als über die Bewegung des Futters gesteuert wird. Über Fütterung mit "pellets" liegt m.E. keine Erfahrung vor. Bei Haltung an Land (wie z.B. nach der Metamorphose der Jungtiere) gibt man Heimchen, Asseln u.ä. in entsprechender Größe.
Fortpflanzung: Laut Literatur werden die Tiere nach ca. 5 Jahren geschlechtsreif. Bei Fütterung im Aquarium/Terrarium läßt sich die Geschlechtsreife wohl früher erreichen (Daten liegen noch nicht vor). Eine Unterscheidung der Geschlechter bei T.granulosa ist am Besten zur Fortpflanzungszeit möglich. Während dieser Zeit besitzen die Männchen einen verbreiterten Schwanz, eine angeschwollene Kloake, die von einem dunklen Querstreifen gefärbt ist. Desweiteren sind Brunstschwielen an den Hinterbeinen und Zehen der Tiere zu erkennen, die das Festhalten der Weibchen erleichtert. Außerdem ist die Bauchseite - im Vergleich zu den Weibchen - abgeflacht. Die Paarung erfolgt nach dem Erwärmen des Aquarium nach der Winterruhe (manchmal auch bereits im Herbst) und die Männchen sitzen rücklings auf den Weibchen auf (siehe Bild) und lassen sich über längere Zeit (Stunden/Tage) von diesen herumtragen, wobei das Weibchen stimuliert wird. Nach Übergabe der Spermatophore kommt es einige Wochen später zur Eiablage. T.granulosa legt seine Eier einzeln ab, wozu die spitz zulaufende Kloake der Weibchen (siehe Bild) gut geeignet ist. Die Eiablage erfolgt häufig an Pflanzen ohne jedoch die Eier wie die Triturusarten speziell zu schützen, aber auch an anderen Oberflächen wie Zweigen oder an Steinen. Die Eier sollten mit ihrem Substrat aus dem Behälter der Adulti entfernt werden (Fraßgefahr). Die Eiablage erstreckt sich über einige Wochen und kann durch Abkühlen des Wassers (Wasserwechsel oder Eiszugabe) initiiert werden. Verpilzung der Eier ist selten. Nach 3-6 Wochen (temperaturabhängig) schlüpfen die Larven. Sie können in kleinen Gruppen in Gefäßen mit einem Wasserstand (nicht durchlüftet, Wasserwechsel!) von ca 5cm gehalten werden, oder in gut durchlüfteten Aquarien mit normalen Wasserstand (Achtung vor zu hoher Bestandsdichte). Diese werden zunächst mit Kleinstfutter (wie für die Zierfischaufzucht), später mit kleinem Lebendfutter (z.B. Wasserflöhe) und mit roten, weißen und schwarzen Mückenlarven aufgezogen. Auch hier ist Frostfutter möglich, jedoch Lebendfutter anzuraten. Nach ca. 2-4 Monaten metamorphisieren die Larven (Größe ca 5cm) und gehen an Land. Hierzu stellt man die Gefäße einfach schräg, sodaß eine Rampe für den Landgang entsteht. Die Metamorphose kündigt sich relativ deutlich durch Reduktion der Kiemen und offensichtlicher Änderung der Haut an. Die Jungtierhaltung kann in sterilen Behältern auf Haushaltpapier oder in Terrarien mit Moospolster erfolgen. Fütterung mit Kleintieren wie Asseln, Grillen und Heimchen. Die Jungtiere können nach ca. 1 Jahr an die aquatile Haltung umgewöhnt werden (Achtung Gefahr des Ertrinkens).

Taricha torosa torosa:
Taricha torosa torosa (adult) kann ebenfalls wie T.granulosa ganzjährig aquatil gehalten werden.
Aquarium, Temperatur und Fütterung sind gleich wie T.granulosa.
T.torosa torosa legt die Eier nicht einzeln, sondern in Eimassen ab (Wichtige Unterscheidung!). Aufzucht der Eier, Larven analog T.granulosa.

Taricha torosa sierrae:
Taricha torosa sierrae ist etwas stärker terrestrisch als die beiden vorgenannten Arten. Deshalb ist eine längere Landphase im Sommer anzuraten. Gegen Herbst kann man die Tiere vorsichtig in ein Vollaquarium überführen. Bei dieser Art scheint das Aquarium besser angenommen zu werden, wenn man durch eine Filterpumpe Bewegung (ähnlich eines Baches) in das Wasser bringt. Über die Nachzucht im Terrarium ist bisher nichts bekannt. T.torosa sierrae legt die Eier ebenfalls in einer Eimasse ab.
Aquarium, Temperatur und Fütterung sind gleich wie T.granulosa.

Taricha rivularis:
Taricha rivularis ist die Art dieser Gattung, die am wenigsten aquatil lebt. Die Tiere werden in einem Waldterrarium ganzjährig gehalten. Temperatur und Fütterung sind gleich wie T.granulosa (landlebend). Über die Nachzucht im Terrarium liegen keine eigenen Erfahrungen vor, während bereits in den siebziger Jahren von Vogel und Vogel darüber berichtet wird.

Dr. Uwe Gerlach, Im Heideck 30, 65795 Hattersheim, E-Mail: duamger@yahoo.de

Register der Gattung

Literatur

U. Koepernik, Erste Erfahrungen bei der haltung und Zucht des Rauhhäutigen Wassermolchs Taricha granulosa (Skilton 1849). Elaphe 2, 1987, 35-36

Werner Vogel und Christel Vogel, Erfolgreiche Nachzucht des amerikanischen Feuerbauchmolches, Das Aquarium 56, 1974, 81-83