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Triturus (Mesotriton) alpestris alpestris

                                                       neoten und teilalbinotisch

Familie: Salamandridae

Bezeichnung: Bergmolch

 

Fotos:Alain Rey               (Vergrößerung - KLICK aufs Bild)

 

Beobachtung:

Fundort dieser teilalbinotischen und neotenen Molche sind 4 kleine Tümpel im Rhonetal/Schweiz. Man kann dort seit 25 Jahren regelmäßig 3 bis 4 Individuen davon beobachten. Die anderen hier vorkommenden Bergmolche sind „normal“ – gefärbt. Neotene, normal gefärbte oder teilalbinotische, metamorphosierte Molche wurden bisher nicht gefunden.

Die Albinolarven entwickeln sich langsamer als die normalen, so dass sie im Wasser überwintern müssen. Manchmal frieren die Tümpel vollständig zu und im Frühling gibt es keine Larven mehr. Sonst überleben die Larven und sie haben dann im Frühling eine Länge von über 6 cm. Es gibt jedes Jahr neue, kleine Larven. Das heißt, dass sie aus Gelegen von phenotypischen normalen Eltern stammen. Wir wissen nicht, ob diese neotenen und teilalbinotischen Molche sich fortpflanzen können. Die Genitalien scheinen sich nicht zu entwickeln.

 

Ein mögliche Erklärung:

Eine Insuffizienz der Hypophyse (Hirnanhangsdrüse) oder des Hypothalamus ist die Hypothese, die am besten das gesamte Bild dieser Molche erklärt (Zusammentreffen verschiedener Probleme). Es ist sehr unwahrscheinlich, dass es sich um mehrere unabhängige Mutationen handelt, d.h.:

Kein oder wenig STH -> langsame Entwicklung

STH = Somatotropes Hormon = Somatotropin, auch GH = Growth Hormon = Wachstumshormon genannt: fördert das Wachstum. (Bildung in der Adenohypophyse)

 

Kein TSH -> keine Umwandlung (Metamorphose) und Pigmentierungsprobleme 

TSH : Thyroidea-stimulierendes Hormon (aus der Hypophyse): stimuliert die Ausschüttung der Schilddrüsenhormone (T3=Triiodothyronin und T4=Tetraiodotyronin = Tyroxin): - befördert die Umwandlung (Metamorphose), Gewebe sprechen unterschiedlich auf Titer an und spielt eine Rolle im Aufbau der Hautpigmente; Gegenspieler Prolactin (verzögert die Metamorphose)

 

Kein MSH -> Pigmentierungsprobleme 

MSH : Melanozyten-stimulierendes Hormon : - fördert die Synthese von Melanin (ebenso das ACTH der Hypophyse), - vordergründig für physiologischen Farbwechsel zuständig

 

Kein LH und FSH -> keine sexuelle Entwicklung. 

LH = Lutenisierendes Hormon und FSH = Follikel-stimulierendes Hormon: - wirken auf die Geschlechtsorgane

 

Diese Hormone der Hypophysen (= Hirnanhangdrüse) stehen unter der Kontrolle anderer Hormone, Releasing Factors genannt, die im Hypothalamus, einem Kern des Gehirns, ausgeschieden werden. Es ist also auch möglich, dass das Problem dieser Molche seinen Ursprung im Hypothalamus hat. Ohne Releasing Factors werden keine Hypophysen Hormone ausgeschüttet.

Dieses Problematik ist sehr komplex. Zuerst könnte man Schilddrüsenhormone geben und sehen, ob sich die Tiere umwandeln. Man müsste auch die Spiegel der verschiedenen Hormone im Serum messen. Bekannt ist , dass die Pigmentstörung bei Teilalbinos auf einen Ausfall der Tyrosinase zurückzuführen ist. Das tritt häufig in kleinen oder isolierten Populationen auf (oder wird dort von den Biologen bemerkt!). Es wird als Inzuchtphänomen diskutiert. Der Defekt ist autosomal rezessiv vererbt und mit einer Wachtumsverlangsamung verbunden. Ob eine Neotenie (Geschlechtsreife bei Beibehaltung larvaler Merkmale) eintritt ist fraglich.

Literatur:

Breuil, M. La néoténie dans le genre triturus: mythes et réalités. Bull. Soc. Herp. Fr., (1992) 62, 11-44.

Duellman, W. E. & Trueb, L. (1986): Biology of Amphibians. Mc-Graw Hill, New York, Ss. 191-192.

Nöllert, A. & Nöllert, C. (1992): Die Amphibien Europas. Kosmos Naturführer, S. 47.

Schreitmüller, W. (1923). Total melanotische Zauneidechse (Lacerta agilis, L.) und neotenische albinotische Larven von Triton vulgaris subsp. typica L. (Kleiner Teich- oder Streifenmolch. Arch. Naturgesch., 89, A (8): 122-126.  

Autoren:

Alain Rey, Schweiz, E-mail: (fleurey@bluemail.ch)
Emmanuel Jelsch, Schweiz, E-mail: (
eejelsch@yahoo.fr)

http://www.vobs.at/bio/a-phys/a-hormone1.htm

http://www.medizinfo.de/endokrinologie/anatomie/hypo.htm