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Vorstellung, Haltung und Vermehrung des ophrytischen Bandmolches Triturus vittatus ophryticus ( Berthold, 1846 )

Allgemeines 

Der ophrytische Bandmolch ist zweifelsohne einer der schönsten und in vielerlei Hinsicht außergewöhnlichsten Molche überhaupt. Nicht umsonst wurde er als " Wappentier " der Arbeitsgruppe Urodela ausgewählt.

 

 

Umso erstaunlicher ist die Tatsache, dass er auch heute noch relativ selten über einen längeren Zeitraum gepflegt wird, obwohl er bereits mehrfach nachgezogen wurde. Grund hierfür dürfte in erster Linie sein, dass er immer noch als recht heikler Pflegling gilt.

Die neben ophryticus existierenden Unterarten des Bandmolches sind kleiner und die Männchen in der Brunft bei weitem nicht so prächtig. So wird die Nominatform Triturus vittatus vittatus noch seltener als ophryticus gepflegt. Für Triturus vittatus cilicensis gilt das gleiche.

Die verschiedenen Rassen des Bandmolches sind im Kaukasus, der südlichen Schwarzmeerküste und im östlichen Teil der türkischen Mittelmeerküste bis hinunter nach Nordisrael verbreitet, wobei ophryticus im wesentlichen im Kaukasus und entlang der türkischen Schwarzmeerküste anzutreffen ist. Sein Vorkommen reicht von der Ebene bis hinauf auf 2700 m.

Nach kühler aber frostfreier Überwinterung wandert er vornehmlich in dichtbewachsene Tümpel, Teiche, Gräben u.ä. zur Paarung ein. Er wurde jedoch auch schon in vegetationsfreien Tümpeln angetroffen. Nach erfolgter Paarung und Eiablage suchen die Tiere dann ihre Landverstecke auf, die sich unter Steinen, Rinden, Laub und in Erdlöchern befinden.

Der ophrytische Bandmolch, dessen Größe je nach Herkunftsgebiet stark variiert, soll bis zu 19 cm groß werden können. Dies dürfte jedoch der Ausnahmefall sein. In der Regel bleiben die Tiere deutlich kleiner (bis ca. 16 cm).

Der Körperbau ist bis auf die Größe durchaus mit dem des heimischen Teichmolches (Triturus vulgaris vulgaris) vergleichbar.

Die Grundfärbung der Rückseite der Landtracht ist olivgrün oder hell- bis dunkelbraun. Weibliche Tiere  weisen zudem durch unterschiedliche Schattierungen eine Marmorierung auf. Männchen lassen oft eine Punktierung mit vielen kleinen, schwarzen Flecken erkennen.

Die Bauchseite wird durch ein, von dünnen, schwarzen Linien eingefasstes, weißes Längsband von der Rückseite optisch abgegrenzt. Die Bauchfärbung selbst ist meistens gelblich, kann aber auch orangefarben ausfallen. Nicht wenige Exemplare haben zudem noch kleine, schwarze Kehlflecken. Die Haut der Tiere an Land ist trocken, samtartig und wasserabweisend. Insgesamt wirken sie recht unscheinbar. Dies ändert sich jedoch insbesondere bei den Männchen drastisch, wenn sie das Wasser aufsuchen. Die Haut ist nun glatt und glitschig, die Farben treten intensiver hervor und leuchten teilweise. Die Bauchfärbung kann bei gelblichen Tieren zu orangefarben wechseln. Ansonsten zeichnen sich die Weibchen lediglich durch verbreiterte Schwanzschneiden gegenüber ihrer Landtracht aus.

Die Schwänze nehmen in ihrer Höhenausdehnung beträchtlich zu und können sich vorrangig bei männlichen Tieren bis auf das vierfache ausdehnen. Der nun sehr dünne Schwanz des Männchens ist an der Unterkante wellenförmig und an der Oberkante stark gezackt. Zur  mittlerweile bronzefarbenen Grundfärbung kommen weißliche und rötliche Schimmer hinzu. Im unteren Schwanzbereich wird zudem ein leuchtender, bläulicher Streifen sichtbar.

Für Molche außergewöhnlich ist weiterhin, dass sich bei den Männchen Schwimmhäute zwischen den Zehen der Hinterbeine ausbilden. Das auffallendste und charakteristische Merkmal dieses Molches ist aber der ausgesprochen hohe und bizarre männliche Rückenkamm. Dieser beginnt vorne am Kopf und endet über den Hinterbeinen. Seine Höhe, die nach hinten zunimmt, übertrifft die Körperhöhe des Tieres und kann durchaus 2 cm erreichen. Die Spitzen des Kammes, die vereinzelt in dünnen Fäden enden, werden zum Körper hin durch schwarze Vertikalstreifen fortgeführt, wodurch der optische Eindruck noch imposanter ausfällt. Letztlich erinnern die zuvor an Land unscheinbaren Männchen an kleine, farbenprächtige Drachen.

Auch wenige Weibchen sind in der Lage während der Brunft einen bis ca. 1 mm hohen Rückensaum auszubilden.

 

Haltung

Sicherlich wird es verschiedene Methoden zur erfolgreichen Haltung und Zucht geben. Eine, bei mir gut funktionierende, möchte ich hier nun vorstellen.

Die Unterbringung meiner Tiere gliedert sich in drei Abschnitte.

Während der Paarungszeit, die temperaturabhängig im Februar oder März beginnt und gegen Ende Juni endet, leben sie in einem reinen Aquarium mit den Ausmaßen 80 x 35 x 25 cm   (L x T x H). Der Wasserstand beträgt ca.20 cm.  Als Bodengrund dient hier teilweise grober, gräulicher Sand, der in etwa die Hälfte des Bodens 4 cm hoch bedeckt und einigen Wasserpflanzen als Substrat dient. Die zweite Hälfte ist mit grobem, flachem, bräunlichem Kies bedeckt. Sandsteine und Schieferplatten bilden Versteckmöglichkeiten, die jedoch allesamt einsehbar gestaltet sind. Das Becken ist üppig mit Wasserpest, Eidechsenschwanz ( Saururus cernuus ) und Javamoos bepflanzt, lässt den Tieren aber genug Freiraum für Schwimm- und Paarungsaktivitäten. Wichtig ist außerdem eine überdachte Korkinsel, die einige Tiere sporadisch aufsuchen. Das Aquarium ist mit einer Glasscheibe abgedeckt. Die Beleuchtung erfolgt mittels einer handelsüblichen Leuchtstoffröhre, wobei die Art und die Intensität des Lichtes nach meinen Erfahrungen von untergeordneter Bedeutung sind. Wichtiger ist aber die Beleuchtungsdauer. Zu Beginn der Wasserperiode wird das Becken 8 Stunden beleuchtet. In den nächsten drei bis vier Wochen wird die Beleuchtungsdauer schrittweise auf 11-12 Stunden gesteigert. Die Wassertemperatur sollte im Hinblick auf das Wohlbefinden möglichst niedrig sein. Sie liegt beim Einsetzen der Tiere teilweise unter 10 Grad Celsius. Im Sommer lässt sich manchmal ein Ansteigen auf bis zu 25 Grad nicht vermeiden. Dies ist für die Tiere zwar unbedenklich, doch ihr Drang, das Wasser zu verlassen, nimmt dann spürbar zu. Die Vorzugstemperatur dürfte im Bereich von ca.14 Grad liegen.

Ich verwende normales, nach Möglichkeit abgestandenes, Leitungswasser. Je nach Verschmutzungsgrad wird alle 5 bis 8 Wochen der grobe Bodenmulm abgesaugt und ein Teilwasserwechsel durchgeführt.

Beim Einsetzen der Tiere ins Wasser nach der Winterruhe ist unbedingt zu beachten, dass Bandmolche relativ leicht ertrinken können.

Sie können auf den bevorstehenden Wasseraufenthalt vorbereitet werden, indem sie zunächst zwei Tage in ein Gefäß mit einem Wasserstand von etwa 1 cm eingesetzt werden. Dadurch haben sie genug Zeit, ihre Wasserhaut zu entwickeln. In jedem Fall muss nach ihrem Einsetzen ins Wasser beobachtet werden, ob sie nun das Wasser als ihren neuen Lebensraum akzeptieren. Tauchen sie auch nach einigen Stunden nicht unter und bewegen sich ausschließlich an der Wasseroberfläche, müssen sie aus dem Wasser genommen werden. Das Einsetzen kann dann zu einem späteren Zeitpunkt wiederholt werden.

In einem wie zuvor beschriebenen Aquarium halte ich nicht mehr als vier Tiere (1 Männchen und drei Weibchen). Während des Wasseraufenthaltes sollte sich nur ein Männchen im Wasser befinden, da diese sich häufig aggressiv untereinander verhalten. Dies äußert sich dann durch Bisse und Verfolgungen. Ein aggressives Verhalten kann nach meinen Beobachtungen ohne erkennbaren Auslöser auch nach wochenlangem friedlichen Miteinander auftreten.

Gefüttert wird mit lebenden Wasserflöhen, schwarzen und roten Mückenlarven, Tubifex und Regenwürmern. Auch Wachsraupen und Nacktschnecken werden mit der Pinzette im Wasser angeboten.

Nachdem die Paarungsaktivitäten und die Eiablage abgeschlossen sind, drängen die Tiere gegen Juni/Juli an Land. Auch dieses ist ein kritisches Stadium. So sollte man auch bei relativ hohen Temperaturen keinesfalls die Tiere zwangsweise dem Aquarium entnehmen und in ein Terrarium überführen. Anderenfalls können schwere Hautprobleme die Folge sein. Es hat sich nach meinen Feststellungen bewährt, abzuwarten, bis die Molche von sich aus das Korkstück erklimmen und dort innerhalb von wenigen Tagen die typische Landhaut entwickeln. Anschließend können sie problemlos in ein Terrarium überführt werden.

Als Terrarium verwende ich ein Glasaquarium, welches recht kleine Ausmaße besitzt (40 x 25 x 25 cm, L x T x H ), um eine ausreichende Futterdichte herstellen zu können. Die Molche besitzen im übrigen an Land einen recht kleinen Aktionsradius. Das Becken wird mit einem drosophiladichten Deckel aus Drahtgaze, der einen Luftaustausch ermöglicht, abgedeckt.

Der Bodengrund besteht aus grober Buchenwalderde, die ca. 2 - 4 cm hoch, lose aufgeschichtet ist. In diese " buddeln " sich die Molche gelegentlich auch ein. Lediglich eine Ecke des Terrariums wird ständig feucht, aber nicht nass gehalten. Dabei handelt es sich um einen mehrschichtigen Schieferplatten- oder  Steinaufbau, auf den zeitweise auch Moosplatten aufgebracht werden. Ansonsten bilden Rindenstücke, die ebenfalls in mehreren Schichten angeordnet werden, die weiteren Unterschlupfplätze. Die meisten Verstecke haben eine Öffnung zur Terrarienmitte, dem Hauptfutterplatz. Je nach Bedarf wird ca. alle zwei Tage das Becken fein  mit abgestandenem Wasser besprüht. Dabei ist darauf zu achten, dass nur die Schieferplatten bzw. das Moos ständig feucht bleiben. Der Rest des Beckens muss für Amphibien relativ trocken sein, da ansonsten leicht Hautprobleme entstehen. Er kann sogar im Gegensatz zur feuchten Zone kurzfristig völlig austrocknen. Spätestens zur Häutung begeben sich die Molche in den feuchten Teil. Eine Wasserschale o.ä. ist nicht erforderlich. Das Terrarium sowie die Einrichtungsgegenstände werden nach spätestens sechs Wochen gründlich gereinigt und die Erde wird durch neue ersetzt. Außerdem wird das Becken möglichst 1 x pro Woche für einige Minuten nach draußen an die frische, unverbrauchte Luft gestellt. Die Tiere werden dann aus ihren Verstecken geholt und somit kurzzeitig, bis sie sich wieder verkrochen haben, der natürlichen UV-Strahlung ausgesetzt. Grundsätzlich wird der UV-Strahlung bei Molchen und Salamandern zwar keine große Bedeutung beigemessen, schaden kann sie in der angegebenen Dosierung aber auch nicht.

Während die Molche im Wasser vorrangig tagaktiv sind, sind sie im Terrarium fast ausschließlich bei Dunkelheit außerhalb ihrer Verstecke anzutreffen. Die Nahrung sollte auch nun möglichst abwechslungsreich gewählt werden. Drosophila, Heimchen, Regenwürmer, Nacktschnecken und eventuell auch Asseln werden genommen. Ganz oben auf der Hitliste bei den Bandmolchen stehen jedoch Wachsraupen, die aber wegen ihres hohen Fettgehaltes nicht zu häufig gegeben werden sollten. Insbesondere bei Freßunlust kann den Tieren aber mit Wachsraupen auf die Sprünge geholfen werden, die gezielt mit einer Pinzette gereicht werden.

Wachsmaden und Drosophila - ggf. auch andere Futtertiere - werden regelmäßig (mindestens einmal pro Woche) mit Multivitaminpulvern wie z. B. Korvimin ZVT vor der Fütterung bestäubt. 

Sobald die Temperaturen es erfordern, sollten die Bandmolche, wenn sie zur Vermehrung gebracht werden sollen, in ein Überwinterungsbecken umgesetzt werden. Dies wird ungefähr ab Anfang Dezember der Fall sein, wenn die Temperaturen dauerhaft unter 10 Grad Celsius absinken. Dazu verwende ich das gleiche Terrarium mit dem Unterschied, dass die Buchenerdeschicht nun mindestens 20 cm hoch ist. Auch hier muss sie locker angeordnet sein, da die Tiere sich nicht selten einige cm tief eingraben. Zusätzlich sind noch große Rindenstücke und Steinplatten vorhanden, die weitere Unterschlupfmöglichkeiten bilden. Das Becken wird dann nach Möglichkeit so aufgestellt, dass die Temperatur zumindest 8 Wochen, besser noch 10 bis 12 Wochen, zwischen 2 und 8 Grad Celsius beträgt. Die Molche fallen während dieser Zeit in eine Winterstarre. Sollte die Temperatur doch mal auf über 10 Grad ansteigen, kann es passieren, dass die Tiere erwachen. Sie wandern dann umher und nehmen auch Futter an. Entgegen zahlreichen Hinweisen in der Literatur habe ich keinerlei negative Auswirkungen einer Fütterung während der Überwinterungszeit feststellen können.

Alle drei bis vier Tage wird der Überwinterungsbehälter kontrolliert und ggf. fein besprüht. Auch hier ist wieder darauf zu achten, dass nur eine schwache Feuchtigkeit vorherrscht. Im Gegensatz zum Landterrarium darf die Erde aber keinesfalls austrocknen.

Am Ende der Überwinterungszeit macht sich zumindest bei den Männchen die nahende Balz optisch bemerkbar. Sie weisen nun eine deutlich angeschwollene Kloake und einen Kammansatz auf. Nach der zuvor beschriebenen Wassergewöhnung können die Tiere dann in das Aquarium umgesetzt werden, wo sie innerhalb von nur wenigen Tagen ihr prachtvolles Paarungsgewand ausbilden. Es spricht nichts dagegen, Männchen und Weibchen gleichzeitig einzusetzen.

 

Balz und Eiablage

Wenige Tage nach dem Einsetzen ins Wasser beginnen die Männchen zu balzen. Auch ein eventuell noch nicht voll entwickeltes Hochzeitskleid und Wassertemperaturen unter 10 Grad Celsius können sie davon nicht abhalten. Sie sind dabei so aufgeregt, dass manchmal sogar geeignet erscheinende Einrichtungsgegenstände wie zum Beispiel dunkle Steine angebalzt werden. Die Weibchen sind zunächst wesentlich träger. 

Es dauert schon einige Tage, bis sie auf die Annäherungsversuche ihrer männlichen Artgenossen reagieren.

Die Paarung verläuft im wesentlichen wie bei anderen Triturusarten. Das Männchen wedelt das Weibchen am Gewässerboden vehement mit eingeknicktem Schwanz an und fächelt diesem so vermutlich Duftstoffe zu. Signalisiert das Weibchen Interesse, kriecht das Männchen über den Grund und setzt dort eine Spermatophore (Samenträger) ab, die dort haften bleibt. Das Weibchen folgt dem Männchen, welches nach dem Absetzen eine Körperlänge voran kriecht und dann anhält. Nun befindet sich das Weibchen mit seiner Kloake über der Spermatophore. Diese bleibt bei geglückter Paarung - was eher die Ausnahme darstellt - an der Kloake haften und dringt dann nach und nach in sie ein. Es kommt somit später zu einer inneren Befruchtung im Körper des Weibchens.

Eine detaillierte Beschreibung und Analyse der Paarung findet sich bei Raxworthy (1989).

 

Die Eier werden einige Wochen nach der erfolgreichen Paarung in der Regel einzeln an Wasserpflanzen geklebt. Dabei werden sie nach Möglichkeit in die Blätter eingerollt. Besonders gut eignen sich hierzu die Blätter der Wasserpest (Elodea). Wenige Eier werden auch auf dem Boden oder an Einrichtungsgegenständen deponiert. Ob es sich hierbei um ein Versehen handelt, ist mir nicht bekannt. Diese Eier entwickeln sich aber ebenso wie die übrigen.

Die genaue Anzahl der abgelegten Eier pro Weibchen ist schlecht zu ermitteln, da auch wegen der Vielzahl nicht alle Eier entdeckt werden. Es ist weiterhin nicht auszuschließen, dass auch einige Eier von den adulten Tieren gefressen werden, obwohl ich dies nie direkt beobachten konnte. Sicherlich setzt ein Weibchen durchschnittlich weit über 100 Eier ab. 1997 habe ich beispielsweise 108 Bandmolche von einem Weibchen und 1998 über 500 Bandmolche von vier Weibchen zur Metamorphose gebracht. Hierbei ist zu bedenken, dass nicht wenige Eier grundsätzlich verpilzen und später zerfallen. Zudem gehen einige Larven durch Kannibalismus verloren.

 

Larvenaufzucht

Vor dem Schlupf werden die mit Eiern behafteten Wasserpflanzen in Aufzuchtaquarien mit den Maßen 40 x 25 x 25 ( L x T x H ) cm überführt.

Bei Temperaturen zwischen 20 und 22 Grad Celsius benötigen die Larven weniger als 10 Tage bis sie schlüpfen. Bei niedrigeren Temperaturen brauchen sie wesentlich länger.

Die nur wenige mm großen Schlüpflinge werden umgehend mit Tümpelkleinstfutter (Infusorien) versorgt. Mit zunehmender Größe werden später auch Wasserflöhe, Tubifex, Enchyträen, Mückenlarven u.ä. angeboten. Um den Kannibalismus einzudämmen und im Hinblick auf eine optimale Entwicklung, sollte stets ausreichend Futter zur Verfügung stehen. Je nach Temperatur, Verschmutzungsgrad und Besatz muss alle 2-5 Tage das Wasser zum Großteil durch neues, möglichst abgestandenes, ersetzt werden.

 

Der Zeitpunkt der Metamorphose ist wiederum stark temperaturabhängig. Nach ca. 2-3 Monaten haben sich die Kiemen zurückgebildet und die nun mit Lungen ausgerüsteten Jungmolche drängen an Land. Dann muss unbedingt ein leicht zugängliches Landteil z.B. in Form einer Korkplatte zur Verfügung stehen, da auch hier die Gefahr des Ertrinkens besteht. Auch muss das Becken gut abgedeckt sein, um ein Entweichen der Jungmolche zu verhindern.

 

Aufzucht der metamorphosierten Jungtiere 

Die frisch umgewandelten Bandmolche weisen eine Länge von 2,6 - 4,1 cm auf. Ihre Färbung entspricht der der adulten Tiere in Landtracht. Obligatorisch sind zwei beige Flecken im Ohrbereich, die auch bei vielen ausgewachsenen Tieren zumindest ansatzweise noch zu erkennen sind.

Die Jungtiere neigen dazu, bei Berührung wenige Tropfen Flüssigkeit aus ihrer Kloake abzusondern.

Sie werden in Aufzuchtterrarien eingebracht, die grundsätzlich den zuvor beschriebenen Landterrarien entsprechen. Jedoch sind diese zumindest in den ersten 6 Monaten wiederum im Hinblick auf die notwendige Futterdichte wesentlich kleiner ( 30 x 20 x20 cm, L x T x H ). Hier hat es sich bewährt, als Feuchtecke handelsübliche Lochziegelsteine bzw. Teile davon zu verwenden. Die Ziegelsteine werden zunächst glattkantig gemacht und dann einige Stunden in Wasser gelegt , damit sie sich voll saugen. Sie werden auch später im Terrarium durch Besprühen stets feucht aber nicht nass gehalten. Dadurch entsteht ein anscheinend optimales Mikroklima, denn die Molche ballen sich in ihnen regelrecht zusammen. Grundsätzlich ist aber auch hier wieder eine recht trockene Haltung für eine erfolgreiche Aufzucht unerlässlich.

 

Gefüttert wird zunächst vor allem mit Springschwänzen (Collembolen). Weiterhin können Enchyträen, Blattläuse, kleine Drosophila-Fliegen, kleinste Wachsraupen und Microheimchen angeboten werden. Auch lebende Tubifex und rote Mückenlarven, die auf ein Stück feuchtes Küchenpapier gelegt werden, bereichern den Speiseplan. Die Fliegen und die Wachsraupen werden zudem regelmäßig vitaminisiert.

Die meisten Jungtiere erreichen bei dieser Aufzucht bereits nach 2 Jahren die Geschlechtsreife.

 

Quelle

Bork, Christoph (1999): Haltung und Vermehrung des Ophrytischen Bandmolches, Triturus vittatus ophryticus - Elaphe 2

Autor :

Christoph Bork

E-mail : christoph.bork@t-online.de

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