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Bericht von der Herbsttagung der DGHT-AG Urodela 2004
von WOLF-RÜDIGER GROSSE
Die Tagung fand vom 15.10.-17.10.2004 in Gersfeld (Stadthalle, Bürgersaal)
statt.
Freitag, 15.10.2004 Treffen aller am Molch-Register Beteiligten und
Gäste
Unter der bewährten Leitung von GÜNTER SCHULTSCHIK trafen sich
bereits am Nachmittag fast 30 Freunde. Es wurde ein reger Austausch. Drei
Problemkreise standen dabei im Vordergrund: Zuchtprogramme, Tierhandel
und Nachzuchten - lenkbar oder nicht- wurde anschließend diskutiert.
Dabei wurde der aktuelle Stand erörtert, wobei die AG auf 12 Patenschaften/Artenbetreuungen
verweisen kann. Gesicherte Bestände, auf die die AG zu Recht stolz
sein kann, existieren vor allem bei Hynobius dunni, Triturus pygmaeus
und Cynops orientalis, wobei für letztere Gattung bereits ein weltweit
agierendes Register existiert. Probeweise wurden Betreuer bestellt, eine
gezielte Pflege/Haltungs-Forschung für ein Jahr zu betreiben (Bezugsgröße
die Haltungstemperatur). Weitere Hinweise/Mitarbeit unter Email: guenter.schultschik@wienkav.at
Im Abendvortrag führte uns JÜRGEN FLECK nach Mexiko - nicht
nur der Molche wegen - wie er betonte! Vielen wurde hier erst mal die
Vielfalt der mexikanischen Herpetofauna bewusst.
Samstag, 16.10.2004 Tagung und geselliges Beisammensein
HENK WALLAYS begann am Samstag mit "Salamander in den nordamerikanischen
Appalachen, Teil 2". Die derzeit weniger gehaltenen Arten aus Nordamerika
standen dabei auf dem Plan (Eurycea, Plethodon u.a.). Herausragend hier
die blauen Formen von Plethodon cinereus. THOMAS SCHÖTTLER &
STEPHAN RAHDEN folgten mit "Beobachtungen an Salamandern Nord-Vietnams,
Teil 2, wo Biotope der Gattungen Tylototriton und Paramesotriton vorgestellt
wurden. Die systematische Situation der nordvietnamesischen Formen wurde
konträr diskutiert. ALEXANDER KUPFER stellte in einem interessanten
Vortrag die Blindwühlen Ostafrikas vor und FRANK MUTSCHMANN gab einen
Überblick über Amphibienerkrankungen durch Viren. Beide Vorträge
erscheinen demnächst in der Amphibia. BURKHARD THIESMEIER und THOMAS
KORDGES berichteten von ihren Beobachtungen an Lykischen Salamandern.
Dabei wurde auch die kürzlich eingeführte Gattung Lykiasalamandra
kritisch beleuchtet. Interessant besonders die ökologischen Aspekte
dieser Nomenklaturfrage, die auf Mertensiella l. fazilae als Namen hinweisen.
SERGÉ BOGAERTS und FRANK PASMANS gaben eine gute Übersicht
zu Schwanzluchen in Süditalien. JÜRGEN FLECK stellte Feuersalamanderbiotope
der Türkei vor.
STEFAN MEYER griff mit seinem Thema " Molchfotografie unterwegs "
Interessen auf, die eine breite Öffentlichkeit ansprachen. Sachkundig
vermittelte er die Fakten und demonstrierte anhand seiner Foto-Ausrüstung
den praktischen Umgang mit der Technik. Den wissenschaftlichen Teil beendete
eine Serie Kurzvorträge unter dem Titel " Das Tradescantia-Glas
heute". WILLY WOLTERSTORFF hatte einst mit seinem Beitrag Tradescantia-Glas
und Enchyträen als Futtertiere kleiner Molche der Molchliebhaberei
in Deutschland nach dem ersten Weltkrieg neue Impulse verliehen. Aufzuchtmethoden
stehen bei diesen Beiträgen im Vordergrund. MAX SPARREBOOM demonstrierte
die Molchaufzucht in Plastedosen, WOLF-RÜDIGER GROSSE die Nutzung
der Kellerkiste für die terrestrische Aufzucht kleinster Molche und
WOLFGANG MUDRACK die Vermehrung und Aufzucht von Tylototriton shangjing.
Die Beiträge fanden eine große Resonanz unter den Zuhörern.
Einen wichtigen kommunikativen Punkt behandelte der Vorsitzende der AG
Urodela bei der Vorstellung der Arbeitsstruktur der AG und der von KAMIL
SZEPANSKI, PAUL BACHHAUSEN & MICHAEL Schanz betreuten Webseiten der
AG Urodela. Die Leitung der AG Urodela WOLF-RÜDIGER GROSSE, JÜRGEN
KRAUSHAAR und GÜNTER SCHULTSCHIK bedankten sich bei allen, die die
Gersfeldtagung 2004 zu einem Erfolg werden liesen. Der Meinungsaustausch
beim anschließenden geselligen Beisammensein dauerte bis weit nach
Mitternacht an.
Sonntag, 17.10.2004 Gelegenheit zu Anbietung, Demonstration und Tausch
von Tieren und Erfahrungen.
Die Gelegenheit zu Anbietung, Demonstration und Tausch von Tieren wurde
ausgiebig genutzt. Die Börsenregeln waren allen bekannt, angebotene
Tiere vorschriftsmäßig gekennzeichnet, was die Börsenleitung
unter JÜRGEN FLECK streng überwachte. Das Angebot an Nachzuchttieren
war überwältigend groß und zeugte von der erfolgreichen
Arbeit der AG Urodela. Nicht zuletzt deswegen konnten wir Gäste (und
Mitglieder) aus 5 europäischen Länder in Gersfeld begrüßen.
Verschiedene Buchhändler/Verlage mit aktuellen und antiquarischen
Titeln waren wieder anwesend und bereicherten unser Treffen - ihnen dafür
ein Dankeschön.
Nun der Ausblick 2005
Wir treffen uns vom 14.-16. 10 2005 in Gersfeld. Wir bieten Beiträge
über die Gattungen Hynobius, Tylototriton und Triturus an. Daneben
wird die Diskussionsserie zur Aufzucht von Larven/Jungtieren von Urodelen
unter dem Titel " Das Tradescantia-Glas heute" fortgeführt.
Hier sind wieder zehnminütige Kurzbeiträge von diesmal jüngeren
Terrarianern gefragt, wie sie ihre Jungtiere aufziehen. Weiterhin sind
vivaristische Demonstrationsmodelle life zu erleben. Geplante Beiträge
bitte bald beim Vorsitzenden (Email: grosse@zoologie.uni-halle.de) anmelden!
Wir hoffen, dass für alle Freunde auch 2005 wieder etwas dabei sein
wird.
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