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Axolotl (Ambystoma mexicanum

 

 

Allgemein

Axolotl stammen ursprünglich aus einem kalkhaltigen See und Grabensystem von Mexico City.

Der Name Axolotl leitet sich aus der aztekischen Sprache Náhuatl ab, nämlich von Atl (Wasser) und Xolotl (Aztekengott), was u.a. in etwa "Wassermonster" bedeutet.

Die ersten Axolotl wurden am 03.08.1804 von Alexander von Humboldt nach Europa eingeführt und dem Pariser Naturkundemuseum zur Verfügung gestellt. Aus diesen Tieren entstammen die meisten in Europa gehaltenen Axolotl.

Axolotl verbringen im Gegensatz zu heimischen Molcharten ihr gesamtes Leben im Wasser (Neotonie). Der Axolotl eignet sich daher ausgezeichnet zur Haltung im Aquarium oder im Gartenteich. Sie wachsen ihr leben lang und können bei ausreichend Platz und Futterangebot eine Körperlänge von 25 cm überschreiten. Sie können über 15 Jahre alt werden.

Die Geschlechtsreife wird im Alter von etwa einem Jahr erreicht. Eine Besonderheit der Axolotl ist die Fähigkeit verbissene Körperteile vollständig zu regenerieren. Auch Organe können regeneriert werden. Axolotl unterliegen dem Anhang B der EU-Artenschutzverordnung (EG 338/97), daher ist die Ein- und Ausfuhr der Tiere in die bzw. aus der EU genehmigungspflichtig.

Laut der Bundesartenschutzverordnung sind sie jedoch ausdrücklich von der Meldepflicht ausgenommen.

 

Farbschläge

 

Haltung

Temperaturbereich: 12°C - 23°C.

Geringfügig höhere oder niedrigere Temperaturen werden über kurze Zeit verkraftet. Gerade wärmere Temperaturen setzen die Tiere aber unter Stress und machen sie anfälliger für Krankheiten.

Eine möglich hohe Wasserhärte entspricht dem Habitat.

(Haltungsbescheibung als .pdf, Axolotl ccm-paper als .pdf)

 

Wasserqualität: Ein zu hoher pH-Wert (zu viel Basen) ist für Axolotl und Pflanzen ebenso schädlich wie ein zu niedriger pH-Wert (zu viele Säuren). Für Axolotl ist ein pH-Wert zwischen 7 und 7,5 optimal, 6,5 - 8,0 ist möglich. Die Gesamthärte sollte bei 6 - 16°d.H. liegen. Durch den bakteriellen Zersetzungsprozess von Futterresten, Ausscheidungen und abgestorbenen Pflanzenresten wird das Wasser zusätzlich belastet.

Je nach pH-Wert werden ungiftiges Ammonium oder giftiges Ammoniak gebildet. Bei einem pH-Wert unter 7 bildet sich ausschließlich Ammonium bei höheren Werten immer stärker Ammoniak. Einen Gehalt an freiem Ammoniak von mehr als 0,2mg/l würde ich auch für Axolotl als bedrohlich ansehen. Bei solchen Belastungen sollte ein sofortiger Teilwasserwechsel vorgenommen werden.

Der Nitritgehalt sollte max. 0,5 mg/l betragen. Ab 0,5 mg/l sollte ein sofortiger Teilwasserwechsel durchgeführt werden.

Chemikalien wie Wasseraufbereiter und Starterbakterien sowie Pflanzendünger vertragen Axolotl nicht.

Das Aquariumswasser sollte gut durchlüftet sein. Die Sauerstoffsättigung im Wasser ist insbesondere von der Temperatur abhängt. Bei 20° C entsprechen etwa 9.195 mg/l Sauerstoff einer 100%igen Sättigung, bei höheren Temperaturen sinkt der Sauerstoffgehalt im Wasser.

Insbesondere verbrauchen Wasserbewohner und Bakterien den im Wasser gelösten Sauerstoff. Er diffundiert stets aus der Luft in das Wasser. Dabei kommt es besonders an der Oberfläche schnell zu einem Ausgleich der Konzentrationen und sauerstoffreiches Wasser sammelt sich an der Oberfläche.

Die oberen Schichten sind also relativ sauerstoffreich, das Wasser in den tieferen Schichten, wo sich die Axolotl nun einmal aufhalten, verarmt an Sauerstoff. Wird das Wasser jedoch umgewälzt, so kommt sauerstoffarmes Wasser aus den tieferen Schichten nach oben und kann ebenfalls Sauerstoff aufnehmen, der Konzentrationsausgleich im Wasser wird beschleunigt und das gesamte Wasservolumen kann sich mit Sauerstoff anreichern. Eine leichte Bewegung der Wasseroberfläche ist ein sicheres Zeichen für eine ausreichende Umwälzung.

Ein zusätzlicher Sauerstofflieferant im Aquarium sind die Wasserpflanzen die nach dem bekannten Prinzip der Photosynthese arbeiten. Bei ihrem Stoffwechsel fällt Sauerstoff an, den sie an das Wasser abgeben. Dieser Sauerstoff steht den Fischen und Bakterien zur Atmung zur Verfügung. Allerdings nehmen die Pflanzen während der Dunkelheit auch wieder Sauerstoff aus dem Wasser auf.

Die Stoffwechselvorgänge der Bakterien verbrauchen ebenfalls Sauerstoff. Ein Sprudelstein sollte im Aquarium daher zumindest nachts in Betrieb sein.

Junge Axolotllarven reagieren äußerst empfindlich auf Kupfer und Blei.

 

Becken und Einrichtung

Als Beckenmindestgröße wird ein Becken 80cm x 35cm für drei Tiere empfohlen. Hier sollten ihnen ausreichend Versteckmöglichkeiten (Steine, Röhren Höhlen) geboten werden.

Eine Heizung ist nicht erforderlich. Das Licht darf nicht zu hell sein (notfalls mit Schwimmpflanzen dämmen). Als Bodengrund ist besonders feiner Kies geeignet. Der Bodengrund sollte nicht gröber als 3 mm sein, da Axolotl beim Futterschnappen oftmals Bodengrund mit aufnehmen.

 

Fütterung

Am einfachsten ist die Fütterung mit Lachszuchtpellets ("Axolotlpellets"). Auch geeignet sind roher Süßwasserfisch, Süßwassermuscheln, Hühnerherz, Mückenlarven und Regenwürmer. Diese haben sogar ein ausgezeichnetes Calcium-Phosphor-Verhältnis. Zur Abwechslung kann hin und wieder auch Lebendfutter (Friedfische wie Guppies und Kardinalsfische), Regenwürmer, Keller- oder Wasserasseln, Bachflohkrebse gefüttert werden.

Zum Aufpäppeln von kranken Tieren, kann ausnahmsweise auch klein geschnittene Hühnerleber verfüttert werden. Jungtiere von anderen Amphibien haben eine sehr hohen Thyroxinanteil, da sie sich kurz vor der Metamorphose befinden. Daher dürfen diese nicht verfüttert werden!

Vitamingaben werden nicht benötigt, da nachaktive Amphibien diese nicht verstoffwechseln können.

Für Axolotl ab 15 cm Länge ist eine Fütterung alle 2 - 3 Tage ausreichend.

Die meisten Krankheiten entstehen durch Überfütterung und Belastung der Leber. Die Tiere dürfen nicht unterernährt aussehen, aber etwas schlankere Tiere bleiben meist gesünder.

 

Larvenfütterung: Die Axolotl nehmen anfänglich ausschließlich Lebendfutter an. Dieses muss nach Aufzehrung des Dottersackes unbedingt zur Verfügung stehen. Bei den frisch geschlüpften Larven werden Artemia-Nauplien zur Fütterung eingesetzt. Mindestens bis zu einer Größe von 20 mm nehmen die Larven nur Lebendfutter an. Erst nach Ausbildung der Vorderbeine entwickelt sich der Geruchsinn. Dann kann man die Larven auf Frostmückenlarven umstellen.

 

  Eizeitigung und Jungtieraufzucht

 

Die Eier werden bei mir in einer Kunststoffschale separiert und gut durchlüftet.

Nach ca. 9 – 20 Tagen schlüpfen bei Zimmertemperatur die Jungtiere. Die Schlupfzeit variiert vermutlich aufgrund unterschiedlicher Temperaturen des Wassers. Es ist zu beobachten, dass bei Vollreife der Eier eines Geleges, bei Zeitigung in einer Schale ca.80% innerhalb von 2 Tagen ausschlüpfen. Die restlichen Larven können sich dann nach spätestens weiteren 3 Tagen aus ihrer Eihülle befreien

Frisch geschlüpfte Jungtiere sollten in flachen, 10 - 15 cm hoch gefüllten Wasserschalen gehalten werden. Dies erleichtert die Fütterung mit Lebendfutter. Ab einer Größe von 4 cm kann man sie in kleine, leicht gefilterte Aquarien umsetzen.

 

Vergesellschaftung

Axolotl sind nichts für ein Gesellschaftsbecken! Als Lauerjäger versuchen sie alles zu fressen, was sich bewegt. Andererseits sind für viele Fische die wedelnden, feinen Außenkiemen des Molches ein reizvolles Futter. Niemals vergesellschaften sollte man Axolotl mit Welsen, Barschen, Barben, Schildkröten, Krebsen und Fröschen. Einzig Kaltwasserschnecken und scherenlose Garnelen eignen sich zur Vergesellschaftung, werden aber auch meist als Futter angesehen.

 

Registerziele

Die Axolotlpatin beschäftigt sich nicht nur in der Freizeit mit Axolotl sondern auch beruflich. Hierbei liegt ihr besonders Interesse dem Immunsystem und die Regenerationsfähigkeit der Axolotl am Herzen. Über dieses Themengebiet und weitere, kann die Patin über eine umfangreiche Literatursammlung zurückgreifen und diese bei Anfragen zur Verfügung stellen.

Auch Hilfestellungen bei englischsprachiger Literatur und Literaturrecherge wird angeboten.

 

Axolotl (Ambystoma mexicanum) zählen sicherlich nicht zu den seltensten Aquarienbewohner und erfreuen sich immer größerer Beliebtheit. Aufgrund der regelmäßigen Präsenz im Handel und den oftmals falschen Haltungsangaben besteht trotzdem ein gewisser Handlungsbedarf. Daher wird jederzeit über die artgerechte Haltung ausführlich Auskunft gegeben.

 

Das Register interessiert sich sehr für Wildfangnachkömmlinge. Hierbei soll die gezielte Zucht gefördert werden. Das Register würde sich über Informationen freuen und ist auch bei der Vermittlung von Abgabetiere so denn vorhanden behilflich.

 

Die Teilnehmer werden über den Registerstand, geeignete Literatur, und was sonst noch von Interesse ist informiert. Der Austausch von Informationen wird gewünscht. Darüber hinaus kann jeder eigene Anregungen einbringen. Bei Interesse, sowie bei Literatur- und Tierangeboten (bzw. -anfragen) bitte eine Email an:

 

Christina Liebsch

Allmeling@axolotlkolonie.de

 


Literatur:

Kerstin Reimers, Mehtap Abu Qarn, Christina Allmeling, Vesna Bucan, Peter M. Vogt (2006): Identification of the non-specific cytotoxic cell receptor protein 1 (NCCRP1) in regenerating axolotl limbs

 J Comp Physiol [B]; 176(7):599-605. Epub 2006 May 5.

 

Rachid Safi, Ste´ Phanie Bertrand, Oriane Marchand, Marilyne Duffraisse, Amaury De Luze, Jean-Marc Vanacker, Marie Maraninchi, Alain Margotat, Barbara Demeneix, And Vincent Laudet:

The Axolotl (Ambystoma mexicanum), a neotenic Amphibian, expresses functional Thyroid Hormone Receptors

Endocrinology 145(2):760–772

 

Frost and George M. Malacinski (1980):

The Developmental Genetics of Pigment Mutants in the Mexican Axolotl Sally K.

Frost and George M. Malacinski

Developmental Genetics 1:271-294

 

Jill Gresens, BS, ALAT:

An Introduction to the Mexican Axolotl (Ambystoma mexicanum)

Lab Animal Volume 33, No. 9

 

S. R. Voss* And H. B. Shaffer†:

Evolutionary genetics of metamorphic failure using wildcaught vs. laboratory axolotls (Ambystoma mexicanum)

Molecular Ecology (2000)9, 1401–1407

 

M. T. Home 1, W. A. Dunson 2:

Effects of low pH, Metals, and Water Hardness on Larval Amphibians

Arch. Environ. Contam. Toxicol. 29, 500-505 (1995)

 

Weitere Literatur steht als Kopie zur Verfügung!

 

Links:

http://www.axolotlkolonie.de/ (unter Axolotlland Röhrse HP der Patin)

http://www.axolotl-online.de/ (mit dem größten deutschsprachigen Axolotl Forum)

http://www.feuersalamander.com/wbb2/ (Axolotl-Unterforum)

http://axolotl.profiforum.de/ (ausführliche deutschsprachige Homepage)

http://www.axolotls.de/ (ausführliche deutschsprachige Homepage)

http://www.salamanderland.at/ (ausführliche Urodelenseite aus Österreich)

 

Ansprechpartner für das Axolotl-Register:


Christina Liebsch

Tiefe Straße 3

31228 Peine


E-Mail: Allmeling@axolotlkolonie.de