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Jochen Kopetsch

Das Molch-Register der Gattung Neurergus kaiseri.


Die Terra typica von Neurergus kaiseri liegt im südlichen Zagros-Gebirge in und um das Dorf Shah-Bazan in Luristan/Iran.

Das von Neurergus kaiseri bewohnte Habitat ist ein karges, halbwüstenartiges Gebiet, das für Schwanzlurche auf den ersten Blick völlig unwirtlich erscheint. Bedingt durch die extrem heißen Sommer und die verhältnismäßig kühleren Winter, in denen die geringen Niederschläge zu verzeichnen sind, liegt die Hauptaktivitätszeit von Neurergus kaiseri -im Gegensatz zu den anderen Neurergus Arten- in den Monaten November bis Februar. In diesem Zeitraum vermehren sich die Tiere auch. Bis März müssen die Larven ihre Metamorphose abgeschlossen haben, da bereits Mitte März die meisten oberirdischen Gewässer wieder beginnen auszutrocknen.


Der Neurergus kaiseri wurde 1995 von G. Schultschik u. S. Steinfartz von einer Exkursion aus dem Iran erstmals lebend und in guter Kondition nach Europa gebracht.

Von den Nachkommen dieser Tiere halte und pflege ich seiher eine Gruppe der Spezies.

Die Gattung Neurergus besteht aus den Arten: crocatus, strauchii, kaiseri und microspilotus. Wobei strauchii in die beiden Unterarten strauchii strauchii und strauchii barani gegliedert wird. Die von Nesterov beschriebene Art Neurergus derjugini wurde nicht wieder bestätigt und ist wahrscheinlich ein Synonym zu microspilotus.


Einrichtung des Beckens: Wasseraufenthalt.


Ich habe ein Becken von 60 x 35 x 30 cm für vier Neurergus kaiseri ohne Bodengrund eingerichtet.

Es ist ausgestattet mit einer Aquarienpumpe und einer Filterpatrone aus Schaumstoff. Zusätzlich befindet sich noch ein Ausströmerstein für den Gasaustausch im Becken.

Für die Wasserbewegung im Aquarium ist die erwähnte Aquarienpumpe in einer Ecke so eingebaut, dass man den Ablauf der Pumpe mit einem Rohr versehen kann das bis an die Oberkante des Beckens reicht. Also bis über den Wasserspiegel. Es kann parallel zur Deckscheibe ein Rohr mit Austrittslöchern an das Rohr des Pumpeablaufs angeschlossen werden. So kann das Wasser wie ein Regenfall auf die Wasseroberfläche plätschern. Wenn man nun noch das Ende des Rohres wieder auf den Bodengrund herunterführt und mit einem 90° Winkel abschließt, so erzielt man gleichzeitig eine Strömung am Bodengrund. Sonst ist das Becken nur noch mit 2 größeren gelöcherten Kalksandsteinen ausgestattet, über die eine Styroporplatte schwimmend angebracht ist. Sie nimmt 1/3 der Wasseroberfläche ein und wird von dem herab plätschernden Wasser überspült. Die Styroporplatte bildet auch gleichzeitig den Aufenthaltsplatz falls ein Tier einmal das Wasser verlassen will. Auf dieser Platte liegen 2 Rindenstücke als Versteckplatz. Die Bepflanzung besteht lediglich aus einem 20 cm großes Büschel Javamoos.


Aquariumaufbau:


Saugnapf Wasserfallrohr Luft / 220 Volt

Javamoos Sprudelstein Steinaufbau Landteil

Wasserspiegel Aquarienpumpe-

mit Filter


Beleuchtung:

Als Beleuchtung verwende ich eine 20 Watt starke, energiesparende Leuchtstoffröhre mit Tageslichtspektrum. Die Lampe wird über eine Schaltuhr gesteuert und brennt ca. 8 h am Tag. Man kann aber auch das Becken an ein Nordost Fenster stellen um dem Gedeihen des Javamooses genügend Tageslicht zu verschaffen.

Für die Tiere selbst ist keine Zusatzbeleuchtung notwendig, da sie den Großteil ihres Lebens unterirdisch verbringen.


Einrichtung des Beckens: Landteil.

Siehe hierzu Landteil, Neurergus crocatus wie bei G. Schultschik beschrieben.

Neurergus kaiseri lässt sich, was seine Temperaturansprüche betrifft, gut in einem Zimmeraquarium halten. Seine Vorzugstemperatur liegt zwischen 18°C und 22°C. Nur sollte man ihm für die Fortpflanzung im Herbst für ca. zwei Monate eine kühlere Haltungs- Phase gönnen (um die 10 -12° C.). Nach dieser kühleren Haltungs- Phase wird die Temperatur auf 20° C. erhöht. Diese Temperatur löste bei meinen Tieren Ende November/ Anfang Dezember den Fortpflanzungstrieb aus.

Andere Halter geben etwas andere Werte an: Z. B. nicht unter 18°C zu pflegen und zur Fortpflanzungszeit (Dezember, Januar) das Wasser bis auf 24°C. aufheizen. Mehrere Halter haben die Erfahrung gemacht, dass die Weibchen erst nach einer entsprechenden Temperaturerhöhung ihre Eier absetzten. Zur Zeit ist es schwierig, hierfür genaue Angaben zu machen, da die physiologische Bandbreite der Art unbekannt ist und Freilanddaten so gut wie vollständig fehlen.

Man muss auch stets darauf achten, dass der Behälter wirklich ausbruchsicher verschlossen ist. Zum Beispiel mit einem Gazedeckel, auf den man dann eine Glasplatte so auflegen kann, damit noch eine Luftzirkulation gewährleistet ist.

Ich hatte dass Becken mit einem 3 cm Glasrand ausgeklebt auf den ich dann zwei Glasscheiben aufgelegt habe, die in der Mitte einen Spalt frei ließen durch den nur ein mittelgroßer Regenwurm durchpasste. Trotzdem entwich ein adultes Männchen durch diesen Spalt. Deshalb wurde auch dieser Spalt mit Gaze verschlossen. Neurergus kaiseri kann nicht nur an der Glaswand hochklettern, sondern sich auch an der Deckscheibe fortbewegen. (Das damals entwichene Tier habe ich ein halbes Jahr später im Keller in einer Wasserschale wieder gefunden. Ich setzte es zurück zu den anderen Tieren und es machte keine Anstalten mehr das Wasser zu verlassen.)


Ich halte meine Tiere ganzjährig im Wasser. Anfangs hatte ich ihnen ein Landteil angeboten und im Wasserteil lagen Kalksteine die aus dem Wasser herausragten und eine Verbindung zum Landteil darstellten. Dieser trockene Bereich wurde allerdings nicht aufgesucht. Seit geraumer Zeit werden die Molche deshalb rein aquatil gehalten. Im Wasser halten sie sich kriechend am Boden, zwischen den Steinplatten und ganz besonders knapp unter der Oberfläche auf.


Ende November konnte ich die ersten Paarungen beobachten und Mitte Dezember habe ich frisch abgesetzte Eier gefunden. Es waren von 2 Weibchen ca. 120 Eier.


Eiablage:

Die Eiablage fand vornehmlich im Javamoos statt, aber auch die Kalksandsteine wurden in der beschriebenen Weise genutzt ( S. Steinfartz, G. Schultschik ). Es wurden auch Eier unter der Styroporplatte gefunden. Das Javamoos hat den Vorteil, dass man die abgesetzten Eier gut abnehmen kann.

Damit die geschlüpften Larven (wenn man die Eier nicht aus dem Lochgestein absammeln konnte) nicht von der Pumpe angesaugt werden, ist es wichtig, dass die Filterpatrone mit einem feinen Schaumstoff überzogen ist. Sonst können die kleinen Larven angesogen werden und sich nicht mehr aus eigener Kraft von dem Schaumstoff lösen.


Fotos: Jochen Kopetsch


Aufzucht der Larven:

Die Aufzucht der Larven erfolgt wie es beispielsweise bei den Triturus-Arten üblich ist.

Fütterung:

Ich füttere meine adulten Tiere im Aquarium mit Regenwürmern und Fliegenmaden aus eigener Zucht. Sie nehmen aber auch Heimchen, Grillen und kleine Nacktschnecken gerne an.

Die Jungtiere an Land werden gefüttert wie unter Neurergus crocatus beschrieben.


Foto: Jochen Kopetsch


Literatur:

Siehe Bibliographie Neurergus crocatus

Ansprechpartner für das Neurergus kaiseri - Register:

Jochen Kopetsch

E-Mail: jochen.kopetsch@arcor.de