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Das Molch-Register der Gattung Taricha

 

Der Gattung Taricha werden nach neuester Literatur (Petranka) drei Arten mit insgesamt fünf Unterarten zugerechnet. Im Klassiker der amerikanischen Salamanderliteratur (Bishop "Handbook of Salamanders") sind noch fünf Arten, damals noch unter dem Namen Triturus, mit insgesamt sieben Unterarten beschrieben.

Bei den Tieren dieser Gattung handelt es sich bei adulten Tieren um recht ansehnliche und kräftige Molche mit rauher Haut, vor allem in der Landform. Die Oberseite der Tiere ist in gedeckten Farben von Hell- bis Schokoladenbraun gehalten - im starken Gegensatz zu den kräftig gefärbten Unterseiten, deren Farbspektrum von Gelb bis Feuerrot reicht. Adulte Tiere der verschiedenen Arten sind 12-20cm groß, wobei ca. die Hälfte der Größe dem Schwanz zuzurechnen ist. Männchen werden größer als Weibchen. Es handelt sich im Einzelnen um Taricha granulosa, mit der Nominatform T. g. granulosa und der Lokalform vom Craterlake T.g. mazamae, Taricha rivularis ohne Unterart und Taricha torosa mit der Nominatform Taricha t. torosa und T. t. sierrae. Alle drei Arten kommen in Nord-Amerika entlang der Pazifiküste vor.

 

 

Taricha granulosa:

Diese Art kommt von entlang der Pazifikküste von Nordamerika von Südwest-Alaska über Kanada, Washington, Oregon, und Kalifornien bis zur Bucht von San Francisco vor. Die Landhabitate sind Wälder in hügeligen oder bergigem Gelände. Die Tiere kommen bis zu einer Höhe von 2800m üNN vor. Die Wasserlebensräume, die während der Fortpflanzungszeit genutzt werden sind sehr vielgestaltig, d.h. die Tiere sind nicht sehr wählerisch, und reichen von temporären Gewässern, Straßengräben bis zu Teichen, Seen und langsam fliesenden Abschnitten von Bächen. Neben der Nominatform T.granulosa granulosa, die die fast ausschließliche Vorkommen darstellt, wird noch die Subspecies T.g.mazamae beschrieben, die aber in der Terraristik keinerlei Bedeutung hat bzw. haben wird.

 

Taricha torosa:

Taricha torosa torosa: Diese (Unter)-Art wird seinem Name (Coast Range Newt) gerecht und kommt entlang des Küstengebirges in Kalifornien vor. Die Nord-Süd Ausbreitung reicht von nördlich der San Franzisko Bay bis nach Südkalifornien in das Gebiet um San Diego. Die Verbreitung Richtung Osten wird durch das trockene Zentraltal (central valley) von Kalifornien verhindert. Dadurch ist auch die Separierung zur Unterart sierrae gegeben. Die Landhabitate sind je nach Verbreitungsgebiet feuchte Nadelwälder bis trocknere Laubwälder, aber auch offene Weidelandschaften in hügeligen Gebiet. Die Laichgewässer sind z.T. austrocknende Tümpel und Teiche, sowie langsam fließende Gewässer. Auch hier wurde dauernder Wasseraufenthalt, z.B. erzwungen durch Leben in Zisternen, beobachtet.

Taricha torosa sierrae: Diese Art lebt an den westlichen Ausläufern der Sierra Nevada bis zu einer Höhe von 2000m in diesem Gebirge in Kalifornien. Durch das trockene Zentraltal ist die Unterart von Taricha torosa torosa getrennt. Überlappung tritt mit Taricha granulosa im nördlichen Verbreitungsgebiet in der Sierrae Nevada auf. Die Landhabitate sind relativ trockne Nadelwälder in den Vorgebirgen bzw. in der Sierra Nevada. Bezüglich der Wasserhabitate akzeptiert, möglicherweise bevorzugt, Taricha torosa sierrae Fließgewässer, wie kleinere Bachläufe in hügeligen bzw. bergigem Gebiet.

 

Taricha rivularis:

Diese Art kommt in einem relativ kleinen Gebiet nördlich von San Franzisko (Kalifornien, USA) in den Landkreisen Sonoma, Mendecino und Humboldt vor. Die Landhabitate sind Nadelwälder (redwood-forests) entlang der nordkalifornischen Pazifikküste mit hoher Luftfeuchtigkeit. Im Gegensatz zu den sympatrischen Taricha granulosa bevorzugt Taricha rivularis schnell fließende Bäche mit steinigen Untergrund. Diese Art vermeidet Teiche oder andere stehende Gewässer.

Die Tiere werden im Handel unter den verschiedensten Namen angeboten, wie z.B. rauhäutiger Molch, Gelbbauchmolch, kalifornischer Molch, Oregonmolch. Hierbei wird keine Zuordnung zu Arten getroffen. Bei den meisten - wenn nicht allen - der im Handel angebotenen Tiere handelt es sich um Taricha (gr.) granulosa. Allerdings wird immer wieder die Art Taricha torosa angeboten, ohne daß es sich tatsächlich um diese handelt. Erschwert wird die Sachlage dadurch, dass es auch für den Fachmann nicht einfach ist die Arten bzw. Unterarten bis auf T.rivularis durch einfachen Augeschein auseinander zu halten.

Anbei ein Hinweis zur möglichen Unterscheidung, jedoch muß vor einer eindeutigen Unterscheidung an Hand eines einzigen Merkmals gewarnt werden. Die Form der Abwehrstellung ist kaum als Unterscheidungsmerkmal geeignet, da es ein "härteres Anpacken" der Tiere voraussetzt. Am Besten sind die Tiere an Hand ihrer Eier und Larven zu unterscheiden, was jedoch eine längerfristige Haltung voraussetzt.

 

 

Rücken

Unterseite

Auge

Augenlid

Auge

Farbe zwischen Nasenlöchern

Vomerine Zähne

Taricha granulosa

Braun

Gelb

Gelb

Oben und unten dunkel

Relativ klein

Dunkel

V-förmig

Taricha torosa torosa

Braun

Gelb

Gelb

Oben dunkel unten hell

Größer als T.g.

Variable, selten dunkel

Y-förmig

Taricha torosa sierrae

Braun

Orange

Gelb (weniger Pigmentierung)

Oben hell, unten hell

Größer als T.g.

Variabel, meist hell

Y-förmig

Taricha rivularis

Dunkel (schwarz)

Rot

dunkelbraun

dunkel

Größer als T.g.

Dunkel

?

 

Die Gelbbauchmolche werden schon seit Jahren in Aquarien gehalten und auch nachgezogen. Berichte hierüber sind bereits in den meisten Büchern zur Haltung von Molchen und Salamandern veröffentlicht. Hierbei handelt es sich wohl hauptsächlich um die Art Taricha granulosa, die dem Anfänger als Tier empfohlen werden kann. Die Haltung der verschiedenen (Unter)-Arten ist nach eigener Erfahrung unterschiedlich und soll deshalb unter HALTUNG kurz beschrieben werden.

Die verschiedenen Tarichas sind in der Natur nicht vom Aussterben gefährdet. Die Aufgabe des Molchregisters ist die Koordinierung der Haltung der selteneren (Unter)-Arten, sowie der Austausch von Haltungs- und Nachzuchterfahrungen. Dies gilt insbesondere für die Tiere der selten in Europa gehaltene werden, wie T.t. torosa und T.t. sierrae und T. rivularis. Das Molchregister versteht sich somit als Plattform für Anfänger, die diese Arten gerne halten möchten und NZ erhalten können, um Wildfänge zu vermeiden, aber auch für Fortgeschrittene, die sich mit den unterschiedlichen Arten beschäftigen.

Es sei hier auch darauf hingewiesen, daß alle Tiere dieser Gattung das äußerst giftige Tetrodotoxin (früher Tarichatoxin) enthalten. Zu Vergiftungen kommt es aber beim normalen Umgang mit den Tieren nicht, vor allem wenn man den generellen Grundsatz des Händewaschen nach dem Umgang mit Molchen und Salamandern beachtet.

Jeder, der eine oder mehrere Arten der Gattung hält, ist eingeladen, sich mit seinen Gruppen am Register zu beteiligen.

Ziel des Taricharegisters ist es nicht alle T.granulosa Halter von denen es sicher viele gibt, da diese Art dem Anfänger bedenkenlos empfohlen werden kann, einzubringen. Sondern die eher selten gehaltenen Taricha-Arten wie T.tor. sierrae und T.tor. torosa und T. rivularis in Europa in sicheren Zuchtgruppen zu verbreiten und zu vermehren.

Die Teilnehmer werden über den Registerstand, geeignete Literatur, Nachzuchterfolge und was sonst noch von Interesse ist informiert; der Austausch von Tieren und Informationen wird unterstützt und bei Nachfragen werden Nachzuchten vermittelt. Registerteilnehmer können auf die Bibliographie und das noch im Aufbau befindliche Bildarchiv zurückgreifen. Darüber hinaus kann jeder eigene Anregungen einbringen.

 

Literatur:

S.C. Bishop "Handbook of Salamanders", Comstock 1943, reprint 1994.

J.W. Petranka "Salamanders of the United States and Canada". Smithsonian Press 1998.

R.C. Stebbins " Western Reptiles and Amphibians", Petersons Field Guides 1985.

Haltungsbericht

Ansprechpartner für das Taricha-Register:

Dr. Uwe Gerlach

Im Heideck 30
65795 Hattersheim
E-Mail: duamger@yahoo.de