{"id":150,"date":"2018-11-24T14:34:49","date_gmt":"2018-11-24T13:34:49","guid":{"rendered":"http:\/\/www.ag-urodela.de\/?page_id=150"},"modified":"2018-11-24T14:37:56","modified_gmt":"2018-11-24T13:37:56","slug":"bsal","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.ag-urodela.de\/en\/bsal\/","title":{"rendered":"BSal"},"content":{"rendered":"<h2>Standard-Verhaltensregeln f\u00fcr Halter von Schwanzlurchen im Umgang mit <em>Batrachochytrium salamandrivorans<\/em> (BSal)<em><br \/>\n<\/em><\/h2>\n<ul>\n<li>Tiere, die aus einer anderen Haltung oder aus dem Handel in eine bestehende Haltung integriert werden, sollten vorher mindestens 6 Wochen in Quarant\u00e4ne gehalten werden, d.h. ohne m\u00f6glichen direkten oder indirekten (z. B. durch Pinzetten, Einrichtungsgegenst\u00e4nde usw.) Kontakt zu anderen Tieren. Ferner empfehlen wir eine prophylaktische Untersuchung auf Bsal von Neuzug\u00e4ngen bzw. neu erworbenen Tieren. Es sollen m\u00f6glichst keine ungetesteten Tiere, bei denen der Test l\u00e4nger als 4 Monate zur\u00fcckliegt, gekauft oder weitergegeben werden. Eine Untersuchung durch einen fachkundigen Tierarzt auf weitere Pathogene und Parasiten ist empfehlenswert.<\/li>\n<li>Bei Verdacht auf Bsal sollte m\u00f6glichst ein fachkundiger Tierarzt\/Tier\u00e4rztin kontaktiert werden (m\u00f6gliche Kontaktadressen finden sie am Ende der Richtlinien). Bitte beachte sie, dass Bsal nur durch genetische Tests eindeutig und sicher diagnostiziert werden kann; Diagnosen mittels Foto sind nicht verl\u00e4sslich.<\/li>\n<li>Infizierte Tiere sollten einer W\u00e4rmebehandlung (Erw\u00e4rmung auf 25\u00b0C) unterzogen werden (f\u00fcr Informationen zur Vorgehensweise bei w\u00e4rmeunvertr\u00e4glichen Arten siehe Kontakte unten).<\/li>\n<li>Die Behandlung, z. B. durch zwei ineinander gestellte Aquarien (Wasserbad) \u00fcber 10 bis 14 Tage durchf\u00fchren \u2013 (\u00e4u\u00dferes Becken mit Heizung, Pumpe, Thermometer, Ziegeln, Wasser auf konstant 25 \u00b0C einstellen, inneres mit feuchtem K\u00fcchenflie\u00df und Eichenlaub einrichten und t\u00e4glich reinigen). Die W\u00e4rmebehandlung ist f\u00fcr <em>Salamandra salamandra<\/em>, <em>S. infraimmaculata<\/em>, <em>S. algira<\/em> und <em>S. corsica<\/em> sowie f\u00fcr verschiedene Arten der Gattungen <em>Cynops<\/em>, <em>Hypselotriton<\/em>, <em>Paramesotriton<\/em> und <em>Laotriton<\/em> erprobt.<\/li>\n<li>F\u00fcr eine medikament\u00f6se Behandlung nicht w\u00e4rmeresistenter Arten wenden Sie sich bitte an Ihren Tierarzt. Informationen zum Vorgehen k\u00f6nnen vom hinzugezogenen Tierarzt \u00fcber die AG ARK eingeholt werden.<\/li>\n<li>Auftretende Infektionen von Bsal bitte an Ansprechpartner an den Universit\u00e4ten Trier und Braunschweig melden (Kontaktdetails siehe unten). Die Meldungen werden gegebenenfalls an die Universit\u00e4ts-Arbeitsgruppen weitergegeben, die sich mit Bsal-Forschung besch\u00e4ftigen und werden dort strikt vertraulich behandelt.<\/li>\n<li>Tote bzw. sterbende Tiere konservieren; am besten sollten diese Tiere in einem sauberen Plastikbeutel eingefroren werden. Idealerweise sollte vor dem Einfrieren ein Teil des Tieres in 4% Formalin konserviert werden. Ebenfalls sollte von jedem Tier ein Hautabstrich mit einem herk\u00f6mmlichen Wattest\u00e4bchen (z. B. Q-Tip aus der Apotheke oder vom Drogeriemarkt) vorgenommen werden, bevor die Tiere eingefroren werden.<\/li>\n<li>F\u00fcr den Hautabstrich wird ein Wattest\u00e4bchen mehrere Male \u00fcber die Haut (Oberseite des Tieres) gestrichen. Ein Video, welches die Vorgehensweise beim Abstrich zeigt, kann an folgender Stelle eingesehen werden: <a href=\"http:\/\/www.amphibiaweb.org\/chytrid\/swab_protocol.html\">amphibiaweb.org<\/a>. Dieser Abstrich sollte dann mit dem Tier eingefroren werden.<\/li>\n<li>Inhalte von Terrarien (Erde, Moos, Steine, usw.), in denen Bsal infizierte Tiere gehalten wurden, unter keinen Umst\u00e4nden ins Freiland entsorgen. Entsorgung in die Restm\u00fclltonne (nicht Biom\u00fclltonne!), deren Inhalte dann in den meisten F\u00e4llen in einer M\u00fcllverbrennungsanlage thermisch verwertet werden.<\/li>\n<li>Wasser aus Aquarien mit infizierten oder Bsal-positiv getesteten Tieren mit Virkon-S desinfizieren (4%ige Verd\u00fcnnung). Wasser aus Becken mit infizierten oder Bsal-positiv getesteten Tieren nicht unbehandelt in den Abfluss oder ins Freiland entsorgen. Unter keinen Umst\u00e4nden kontaminiertes Wasser in den Gartenteich kippen.<\/li>\n<li>Generell keine Tiere (auch wenn kein Verdacht auf Bsal besteht) aus der Gefangenschaft ins Freiland aussetzen.<\/li>\n<li>Vermeidung eines direkten bzw. indirekten Kontaktes von Terrarientieren mit Tieren im Freiland.<\/li>\n<li>Nur auf Bsal negativ getestete Tiere sollten in Terrarien im Freien oder in Freilandterrarien gehalten werden.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Weitere Informationen k\u00f6nnen bei der Tier\u00e4rztlichen Arbeitsgemeinschaft f\u00fcr Reptilien- und Amphibienkrankheiten AG ARK (<a href=\"http:\/\/www.agark.de\">agark.de<\/a>) eingeholt werden. Die AG ARK kann fachlich kompetente Tier\u00e4rztinnen und Tier\u00e4rzte empfehlen.<\/p>\n<p>Positivmeldungen sollten an die Arbeitsgruppen der Universit\u00e4t Trier und der Technischen Universit\u00e4t Braunschweig gemeldet werden: Dr. Stefan L\u00f6tters, Universit\u00e4t Trier (loetters [at] uni-trier.de) oder an Dr. Sebastian Steinfartz (s.steinfartz [at} tu-bs.de) und Prof. Dr. Miguel Vences (m.vences [at} tu-bs.de). Meldungen aus der Schweiz bitte an Dr. Benedikt Schmidt (karch; benedikt.schmidt {at] unine.ch). Diese Arbeitsgruppen ebenso wie fachkundige Tierarztpraxen k\u00f6nnen auch Bd und Bsal-Tests durchf\u00fchren oder vermitteln, sowohl prophylaktisch als auch bei Krankheitsf\u00e4llen (Auftreten von Chytridiomykose). Informationen werden unter den kooperierenden Arbeitsgruppen ausgetauscht aber nach au\u00dfen strikt vertraulich behandelt.<\/p>\n<p>Grunds\u00e4tzlich gelten die hier empfohlenen Verhaltensrichtlinien (mit Ausnahme der Behandlungsempfehlungen) ebenfalls wenn Tiere mit andern Krankheitserregern, wie z. B. dem Ranavirus oder dem Bd-Chytridpilz (<em>Batrachochytrium dendrobatidis<\/em>) infiziert sind.<\/p>\n<p>Unsere Empfehlungen werden regelm\u00e4\u00dfig aufgrund des aktuellen Kenntnisstandes aktualisiert.<\/p>\n<p>Zusammensetzung des Expertenteams (in alphabetischer Reihenfolge):<\/p>\n<ul>\n<li>Paul Bachhausen (AG Urodela)<\/li>\n<li>Arno Geiger (DGHT-AG Feldherpetologie und Artenschutz und LANUV NRW)<\/li>\n<li>Dr. Stefan L\u00f6tters (Universit\u00e4t Trier)<\/li>\n<li>Dr. vet. med. Frank Mutschmann (Berlin)<\/li>\n<li>Dr. Benedikt Schmidt (karch \u2013 Schweiz)<\/li>\n<li>Dr. Sebastian Steinfartz (TU Braunschweig)<\/li>\n<li>Prof. Dr. Miguel Vences (TU Braunschweig)<\/li>\n<\/ul>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Standard-Verhaltensregeln f\u00fcr Halter von Schwanzlurchen im Umgang mit Batrachochytrium salamandrivorans (BSal) Tiere, die aus einer anderen Haltung oder aus dem Handel in eine bestehende Haltung integriert werden, sollten vorher mindestens 6 Wochen in Quarant\u00e4ne gehalten werden, d.h. ohne m\u00f6glichen direkten oder indirekten (z. B. durch Pinzetten, Einrichtungsgegenst\u00e4nde usw.) Kontakt zu anderen Tieren. 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