{"id":20,"date":"2018-08-30T05:27:16","date_gmt":"2018-08-30T03:27:16","guid":{"rendered":"http:\/\/www.ag-urodela.de\/?page_id=20"},"modified":"2019-02-28T04:53:31","modified_gmt":"2019-02-28T03:53:31","slug":"haltungsrichtlinien","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.ag-urodela.de\/en\/haltungsrichtlinien\/","title":{"rendered":"Haltungsrichtlinien"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Allgemeine Haltungsrichtlinien f\u00fcr Molche und Salamander (<a href=\"http:\/\/www.ag-urodela.de\/wp-content\/uploads\/2019\/02\/hr.pdf\">PDF-Version<\/a>)<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Die im folgenden zusammengefassten Haltungsrichtlinien f\u00fcr Molche und Salamander wenden sich vor allem an zwei Zielgruppen: <\/p>\n\n\n\n<p>1. Beh\u00f6rdenvertreter (Naturschutz-, Umwelt-, Ordnungs- oder \nVeterin\u00e4r\u00e4mter auf Lokal- oder Landesebene), die die \u00dcberpr\u00fcfung der \nordnungsgem\u00e4\u00dfen Haltung von Schwanzlurchen nach der \nBundesartenschutzverordnung, dem Bundesnaturschutzgesetz und dem \nTierschutzgesetz durchzuf\u00fchren haben. <\/p>\n\n\n\n<p>2. Tierfreunde mit keinen oder nur geringen Vorkenntnissen, die beabsichtigen, Schwanzlurche zu halten. <\/p>\n\n\n\n<p><strong>Vorbemerkungen <\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Die zur Wirbeltierklasse der Amphibien z\u00e4hlenden Schwanzlurche \n(Urodela oder Caudata) umfassen ca. 440 Arten, die \u00fcberwiegend auf die \nNordhalbkugel (Asien, Europa und Amerika) beschr\u00e4nkt sind. <\/p>\n\n\n\n<p>Im allgemeinen durchlaufen Amphibien einen zweiphasigen \nLebenszyklus: Nach der Paarung am oder im Wasser werden dort Eier \nabgelegt. Die schl\u00fcpfenden Larven (bei Froschlurchen Kaulquappen \ngenannt) leben eine Zeit lang im Wasser, durchlaufen anschlie\u00dfend eine \nUmwandlung (Metamorphose), verlassen das Wasser und leben fortan an \nLand. Das Wasser wird in der Folge meist nur noch zur Paarung und\/oder \nEiab\u00adla\u00adge aufgesucht. Nur eine kleine Anzahl von Arten legt die Eier \ndirekt an Land ab, bzw. bringt fertig entwickelte lebende Jungtiere zur \nWelt. <\/p>\n\n\n\n<p>Die beiden Lebensraumkomponenten Wasser und Land bestimmen auch\n gleichzeitig die beiden Haltungstypen \u2013 Aquarium und Terrarium \u2013, die \nzur Pflege von Schwanzlurchen ben\u00f6tigt werden. Von rein aquatilen Arten \n(Aquarium), finden wir alle \u00dcberg\u00e4nge einer semi-aquatischen bis \nsemi-terrestrischen Lebensweise (Aqua-Terrarium) bis zu rein \nterrestrischen Arten (Terrarium), die selbst f\u00fcr die Larvalent\u00adwick\u00adlung\n kein Wasser mehr ben\u00f6tigen. <\/p>\n\n\n\n<p>Im folgenden werden allgemeine Hal\u00adtungs\u00adrichtlinien f\u00fcr Molche\n und Salamander formuliert. Sie enthalten ausdr\u00fccklich keine speziellen \nRichtlinien, wie die Tiere zu vermehren sind. Diese Informationen muss \nsich der Interessierte und Pfleger aus der Fachliteratur und \u00fcber \nfachspezifische Vereinigungen besorgen (siehe Literatur und Adressen). <\/p>\n\n\n\n<p>Nachfolgend werden sechs wichtige Kriterien f\u00fcr die Haltung von\n Schwanzlurchen (= Grundbed\u00fcrfnisse) zusammengefasst, anschlie\u00dfend drei \ngrundlegende Aquarien- und\/oder Terrarientypen definiert und diesen \nh\u00e4ufig gehaltene Arten zugeordnet. <\/p>\n\n\n\n<p>Die 6 wichtigsten Grundbed\u00fcrfnisse f\u00fcr die Haltung von Schwanzlurchen <\/p>\n\n\n\n<p><strong>1 Beh\u00e4ltergr\u00f6\u00dfe <\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Als <strong>Faustformel <\/strong> f\u00fcr Haltung adulter und gesunder Tiere,\n die l\u00e4nger in einem Aquarium\/Terrarium untergebracht werden, l\u00e4sst sich\n die Beh\u00e4ltergr\u00f6\u00dfe folgenderma\u00dfen ermitteln: <\/p>\n\n\n\n<p>GL (T) in cm \u00d7 0,01 = Gf in qm <\/p>\n\n\n\n<p>Gesamtl\u00e4nge des Tieres (in cm \u00d7 0,01) = Grundfl\u00e4che des \nTerrariums f\u00fcr 2 Tiere (in qm). Diese Fl\u00e4che ist pro weiterem Tier \u00d7 \n1,25 zu nehmen. <\/p>\n\n\n\n<p>Die H\u00f6he sollte 1\/3 bis maximal 1\/2 der L\u00e4nge des Terrariums \nbetragen. Bei baum- und h\u00f6hlen\u00adbewohnenden Arten sind die Ma\u00dfe \nentsprechend in der H\u00f6he zu verwenden. <\/p>\n\n\n\n<p><strong>Beispiel: <\/strong> GL eines Tieres ca. 10 cm, z.B. Molche der Gattung <em>Triturus <\/em> (Teichmolch, Berg\u00admolch) oder <em>Cynops <\/em> (Feuerbauchmolch): <\/p>\n\n\n\n<p>10 \u00d7 0,01 = 0,1 qm (entspricht 40 \u00d7 25 cm Grundfl\u00e4che f\u00fcr ein Paar) <\/p>\n\n\n\n<p>0,1 qm \u00d7 1,25 = 0,125 qm (entspricht ca. 40 \u00d7 30 cm Grundfl\u00e4che f\u00fcr 3 Tiere) <\/p>\n\n\n\n<p><strong>Wichtige Anmerkung: <\/strong> Eine \u00dcberdimensionierung der \nTerrarien f\u00fchrt zu einer Ausd\u00fcnnung des Futterangebotes so dass die \nTiere k\u00fcmmern oder verhungern. Die oben formulierte Faustformel gibt \neinen Durchschnitts\u00adwert an, der nicht endlos nach oben erweitert oder \nals Optimalwert angesehen werden kann. Larven oder Jungtiere k\u00f6nnen \ndurchaus in kleineren Beh\u00e4ltnissen gepflegt werden, adulte Wassermolche \nw\u00e4hrend der Landphase oder in der \u00dcberwinterung ebenfalls. Auch der \nTransport der Tiere oder zeitlich begrenzte Ausstellungen k\u00f6nnen in \nkleineren Beh\u00e4ltnissen durchgef\u00fchrt werden. <\/p>\n\n\n\n<p>Eine dichtschlie\u00dfende Abdeckung (ein mit Gaze bespannter Rahmen\n oder eine Glasscheibe, siehe auch Punkt 2) muss sicherstellen, dass \nkeine Tiere entkommen k\u00f6nnen: Schwanzlurche k\u00f6nnen an Glasscheiben \nsenkrecht em\u00adporsteigen! <\/p>\n\n\n\n<p><strong>2 Klima (Temperatur, Feuchtigkeit, Frischluft) <\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Grunds\u00e4tzlich gilt, dass der Jahresgang der Temperatur \nm\u00f6glichst den Gegebenheiten im Vorkommensgebiet der Tiere entsprechen \nsollte. Viele wichtige Lebens\u00e4u\u00dferungen der Schwanzlurche (z.B. Balz, \nEiablage, \u00dcberwinterung) sind an von au\u00dfen kommende Zeitgeber angepasst \nund unterliegen einer vor allem durch Licht und Temperatur gesteuerten \nJahresrhythmik. <\/p>\n\n\n\n<p>Die Haltung adulter Tiere ist in einem relativ breiten \nTemperaturbereich m\u00f6glich, sollte aber normale Zimmertemperaturen (bis \nmax. ca. 24&nbsp;\u00b0C), auch im Sommer nicht \u00fcberschreiten. L\u00e4sst man \nartspezifische \u00dcberwinterungsbed\u00fcrfnisse unber\u00fccksichtigt, lassen sich \nviele Schwanzlurche am besten zwischen 17&nbsp;\u00b0C und 22&nbsp;\u00b0C halten. Bei \nvielen Arten scheinen kurzzeitige Temperaturspitzen bis 26 noch \nvertr\u00e4glich. Die Ausnahme bilden hier gebirgsbewohnende Amphibien, die \nzwischen 12-18 0 C zu halten sind. <\/p>\n\n\n\n<p>Die Punkte Feuchtigkeit und Frischluft sind eng mit Punkt 3 \n(Verstecke etc.) verkn\u00fcpft. Aus den Beh\u00e4lterkomponenten Bodengrund, \nVerstecke, Abdeckung und Bel\u00fcftung ergibt sich ein <strong>Feuchtigkeitsgradient <\/strong>\n im Terrarium, die f\u00fcr die Haltung aller Arten unabdingbar ist. Hohe \nLuftfeuchtigkeit ist nicht mit N\u00e4sse im Terrarium gleichzusetzen! <\/p>\n\n\n\n<p>Folgende Regel sollte beachtet werden: Je kleiner der Luftraum \nin einem Terrarium, desto mehr muss auf gute Bel\u00fcftung (Abdeckung mit \nGa\u00adze\u00addec\u00adkel, nicht mit Glas\u00adscheibe!) geachtet werden. Die dabei \noberfl\u00e4chlich auftretende Trockenheit ist g\u00fcnstig, sofern ein \nausreichend feuchter Bodengrund auch f\u00fcr Verstecke mit hoher \nLuftfeuchtigkeit sorgt. <\/p>\n\n\n\n<p><strong>3 Einrichtung (Verstecke, Pflanzen etc.) <\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Ein Schwanzlurch Terrarium muss mit verschiedensten \nVer\u00adsteck\u00adm\u00f6glichkeiten f\u00fcr die Tiere ausgestattet sein. Viele \nSchwanzlurcharten ben\u00f6tigen den direkten K\u00f6rperkontakt mit dem Versteck \nund bewohnen deshalb in ihrer nat\u00fcrlichen Umgebung Felsspalten, Ritzen \nzwischen Baumrinden oder kleinste H\u00f6hlungen unter Steinen oder in der \nErde. <\/p>\n\n\n\n<p><strong>Die Einrichtung eines Terrariums verfolgt dabei zwei Ziele: <\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Neben der Bereitstellung von Verstecken und \nAufenthaltsm\u00f6glichkeiten werden gleichzeitig unterschiedliche Klimazonen\n mit verschiedenen Feuchtigkeitsgradienten geschaffen (siehe auch Pkt. \n2). Eine gen\u00fcgend gro\u00dfe Anzahl von Versteckm\u00f6glichkeiten \nunterschiedlicher Art und Gr\u00f6\u00dfe ist essentiell, damit sich die Tiere aus\n dem Weg gehen und unterschiedlich feuchte oder trockene Pl\u00e4tze \naufsuchen k\u00f6nnen. Bodengrund und Verstecke k\u00f6nnen aus verschiedensten \nSubstraten\/Materialien bestehen, wie z.B. Gartenerde, Lehm, Kies, \nSteinplatten, Korkrinde, Schaumstoff, Moospolster etc. Au\u00dfer bei \ntropischen Waldsalamandern ist ein ausschlie\u00dflicher Torfbodengrund im \nSchwanzlurchterrarium nicht angebracht. Gestein sollte kalkhaltig sein, \num S\u00e4urebildner abzupuffern. Pflanzen geh\u00f6ren nicht zu den unbedingt \nnotwendigen Bestandteilen, k\u00f6nnen aber eine dekorative Rolle spielen. <\/p>\n\n\n\n<p>Die Einrichtung eines Aquariums f\u00fcr Wassermolche kann von der \nEinrichtung eines Terrariums deutlich verschieden sein. Hier kann \nbeispielsweise auf Bodengrund ganz verzichtet werden und Wasserpflanzen \noder Unterwassermoose k\u00f6nnen eine gr\u00f6\u00dfere Rolle spielen. Trotzdem soll \nauch hier auf die Einrichtung von Versteckm\u00f6glichkeiten (Steinplatten, \nKleine Tonr\u00f6hren, Lochziegel u.\u00e4.) geachtet werden. <\/p>\n\n\n\n<p><strong>4 Licht <\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Neben der Temperatur werden die Lebens\u00e4u\u00dferungen (Jahres- und \nTagesaktivit\u00e4t) der Schwanzlurche auch vom Licht-Dunkel-Wechsel \ngesteuert. In der Regel vertragen Schwanzlurche kein direktes \nSonnenlicht (der Beh\u00e4lter wird zu warm, siehe Pkt. 2). Ein relativ \ndunkler Aufstellungsort m\u00f6glichst mit optischen Konzakt zur nat\u00fcrlichen \nPhotoperiodik erscheint g\u00fcnstig. In v\u00f6llig dunklen R\u00e4umen muss diese \nPeriodik allerdings \u00fcber k\u00fcnstliche Lichtquellen imitiert werden. <\/p>\n\n\n\n<p><strong>Wichtiger Hinweis <\/strong>: Eine k\u00fcnstliche Lichtquelle darf \nkeine zus\u00e4tzliche Heizung darstellen. Eine direkt einstrahlende \nLichtquelle stellt f\u00fcr dunkelaktive Schwanzlurche in Beh\u00e4ltnissen ohne \nangemessene Versteckm\u00f6glichkeiten einen Stressfaktor dar (siehe auch \nPkt.3). <\/p>\n\n\n\n<p><strong>5 Futter <\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Schwanzlurche sind R\u00e4uber und im allgemeinen \nNahrungsgeneralisten, d.h. sie fressen alles, was sie \u00fcberw\u00e4ltigen \nk\u00f6nnen. Das bedeutet auch, dass gro\u00dfe Tiere im allgemeinen gr\u00f6\u00dfere Beute\n fressen als kleinere. Je abwechslungsreicher das Futter, desto besser. <\/p>\n\n\n\n<p>H\u00e4ufig verwendete Futtertiere, die selbst gesammelt werden \nk\u00f6nnen: Regenw\u00fcrmer, Nacktschnecken, Asseln, Insekten oder Spinnentiere;\n im Wasser: M\u00fcckenlarven, Wasserfl\u00f6he, Bachflohkrebse, versch. \nInsektenlarven. <\/p>\n\n\n\n<p>H\u00e4ufig verwendete Futtertiere, die gekauft oder selbst \ngez\u00fcchtet werden k\u00f6nnen: Regen\u00adw\u00fcrmer, Heimchen, Grillen, Mehlw\u00fcrmer, \nFliegenmaden, Enchy\u00adtr\u00e4en; im Wasser: M\u00fcc\u00adkenlarven, Tubifex, \nWasserfl\u00f6he. Als Zusatzfutter besonders f\u00fcr gr\u00f6\u00dfere Arten werden klein \ngeschnittene Fleisch- oder Fischstreifchen verwendet. Einige wenige \nArten aquatisch lebender Schwanzlurche fressen auch Fischpellets oder \ntiefgefrorenes Futter. <\/p>\n\n\n\n<p>Wie h\u00e4ufig gef\u00fcttert werden muss, h\u00e4ngt vordergr\u00fcndig von der \nHaltungstemperatur ab. Im allgemeinen sollten adulte Tiere 2-3mal pro \nWoche gef\u00fcttert werden, Jungtiere noch h\u00e4ufiger; sie und Larven sollten \nst\u00e4ndig Futter zur Verf\u00fcgung haben. <\/p>\n\n\n\n<p><strong>6 Sauberkeit <\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Schwanzlurche haben eine empfindliche Haut. Bei der Konzeption \nund Einrichtung der Aquarien\/Terrarien sollte immer die sp\u00e4tere Pflege \nund Unterhaltung der Beh\u00e4lter be\u00adr\u00fccksichtigt werden. Eine niedere \nKeimbelastung ist anzustreben. <\/p>\n\n\n\n<p>M\u00f6glichst einfach auszur\u00e4umende Gegenst\u00e4nde und eine \n\u00fcbersicht\u00adlich gestaltete Einrichtung erleichtern die notwendige \nReinigung. Kotreste sollten m\u00f6glichst schnell entfernt werden \n(vergleiche Pkt. 3 und 5), F\u00e4ulnisprozesse sofort unterbunden werden. \nBei aquatisch lebenden Arten spielt die Wasserqualit\u00e4t eine bedeutende \nRolle. Dieses sollte kohlendioxydarm, sauerstoffreich und m\u00f6glichst arm \nan Stickstoffverbindungen (Ammoniak, Nitrit, Nitrat) sein. Sind keine \nhandels\u00fcblichen technischen Anlagen wie Au\u00dfenfilter ect. Vorhanden ist \nein w\u00f6chentlicher Teilwasserwechsel 1-2 Tage nach der F\u00fctterung \nangeraten. <\/p>\n\n\n\n<p><strong>Die 3 grundlegenden Beh\u00e4ltertypen f\u00fcr die Haltung von Schwanzlurchen <\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Es gibt eine Vielzahl unterschiedlicher Beh\u00e4ltertypen und \n-varianten, um den artspezifi\u00adschen Anspr\u00fcchen der Spezialisten gerecht \nzu werden. In den hier vorgestellten allgemei\u00adnen Haltungsrichtlinien \nk\u00f6nnen auch nur allgemein gehaltene Beh\u00e4ltertypen vorgestellt werden. <\/p>\n\n\n\n<p>Grunds\u00e4tzlich werden 3 Grundmodelle unterschieden <\/p>\n\n\n\n<p>\u2022 Typ A: Aquarium, <\/p>\n\n\n\n<p>\u2022 Typ B: Aqua-Terrarium, <\/p>\n\n\n\n<p>\u2022 Typ C: Terrarium, <\/p>\n\n\n\n<p>in denen alle Schwanzlurche gehalten werden k\u00f6nnen (siehe \nVorbemerkungen). Insbe\u00adsondere das Aqua-Terrarium, mit seinen \nverschiedensten Variationen zwischen Land- und Wasserteil, erm\u00f6glicht \neine Vielzahl un\u00ad\u00ad\u00adterschied\u00adlicher Hal\u00ad\u00ad\u00adtungs\u00ad\u00adbe\u00addin\u00adgun\u00ad\u00adgen. <\/p>\n\n\n\n<p><strong>Typ A: Aquarium <\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Dient zur Haltung rein aquatiler Schwanzlurche oder zur \nAufnahme von Schwanz\u00adlurchen, die periodisch und f\u00fcr einen l\u00e4ngeren \nZeitraum (mehrere Wochen bis Monate) das Wasser zur Paarung und \nFortpflanzung aufsuchen. Tiere, die unter nat\u00fcrlichen Be\u00addingungen einen\n Lebensraumwechsel zwischen Wasser und Land vollziehen, lassen sich \nnicht selten ganzj\u00e4hrig im Aquarium halten. Neben bestimmten \nEinrichtungsgegenst\u00e4n\u00adden ist grunds\u00e4tzlich anzuraten, durch einen \nSteinaufbau, Kork oder andere Materialien, den Tieren einen \nWasserausstieg zu erm\u00f6glichen. <\/p>\n\n\n\n<p><strong>Beispiele: <\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Vertreter der Gattung <em>Triturus <\/em> (Wassermolche), z.B. Teichmolch ( <em>T. vulgaris <\/em>), Bergmolch ( <em>T. alpestri <\/em>s), Kammmolch ( <em>T. cristatus <\/em>), Marmormolch ( <em>T. marmoratus <\/em>).\n Sie lassen sich \u00fcber mehrere Wochen bis Monate im Aquarium halten \n(Fort\u00adpflan\u00adzungszeit), ben\u00f6tigen aber f\u00fcr den Rest des Jahres ein \nTerrarium (Typ C). <\/p>\n\n\n\n<p>Feuerbauchmolch ( <em>Cynops pyrrhogaster <\/em> und andere <em>Cynops <\/em>-Arten) \u2013 wie <em>Triturus <\/em><\/p>\n\n\n\n<p>T\u00fcrkischer Gebirgsbachmolch ( <em>Neurergus strauchii <\/em>) \u2013 wie <em>Triturus <\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Nordamerikanische Wassermolche ( <em>Taricha <\/em> sp., <em>Notophthalmus <\/em> sp.) \u2013 wie <em>Triturus <\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Rippenmolch ( <em>Pleurodeles <\/em><em>waltl <\/em>) <\/p>\n\n\n\n<p>Ostasiatische Wassermolche ( <em>Pachytriton <\/em> sp., <em>Paramesotriton <\/em> sp.) <\/p>\n\n\n\n<p>verschiedene neotenische (= adulte fortpflanzungsf\u00e4hige Tiere, \nbehalten ihre meist \u00e4u\u00dferlich sichtbaren Kiemen) Arten aus den Gattungen\n <em>Pseudobranchus <\/em>, <em>Siren <\/em>, <em>Amphiuma <\/em>, <em>Necturus <\/em>, sowie der Axolotl ( <em>Ambystoma <\/em><em>mexicanum <\/em>) und die Riesensalamander (Familie Cryptobranchidae, z.B. <em>Andrias japonicus <\/em> oder <em>Cryptobranchus alleganiensis <\/em>). <\/p>\n\n\n\n<p>( <strong>Anmerkung: <\/strong> Aus den angef\u00fchrten Gattungen <em>Triturus, Cynops, Taricha <\/em> oder <em>Notophthalmus <\/em> lassen sich eine Reihe von Arten auch ganzj\u00e4hrig im Aquarium halten und z\u00fcchten; dazu geh\u00f6ren z.B. <em>Triturus\n italicus, T. boscai, T. karelinii, T. carnifex, C. pyrrhogaster, C. \nensicauda, Taricha granulosa, Notophthalmus viridescens <\/em>) <\/p>\n\n\n\n<p><strong>Typ B: Aqua-Terrarium <\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Dient zur Haltung von Tieren, die h\u00e4ufiger zwischen Wasser und \nLand wechseln. Der am wenigsten eingrenzbare Haltungstyp mit einer \nVielzahl von Variationsm\u00f6glichkeiten. <\/p>\n\n\n\n<p><strong>Beispiele: <\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Viele Bachrandsalamander: Gattungen: <em>Desmognathus <\/em>, <em>Eurycea <\/em>, <em>Plethodon, Chioglossa, Euproctus <\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Viele Winkelzahnmolche ( <em>Salamandrella <\/em><em>keyserlingii <\/em>, <em>Hynobius <\/em> sp.) <\/p>\n\n\n\n<p>Krokodilmolche ( <em>Tylototriton <\/em> sp.) <\/p>\n\n\n\n<p>T\u00fcrkische und Persische Gebirgsbachmolche ( <em>Neurergus <\/em> sp.) <\/p>\n\n\n\n<p><strong>Typ C: Terrarium <\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Dient zur Haltung von \u00fcberwiegend terrestrisch lebenden Tieren,\n die entweder \u00fcberhaupt kein offenes Wasser ben\u00f6tigen oder \u00fcber einen \nl\u00e4ngeren Zeitraum (mehrere Monate) an Land gehalten werden m\u00fcssen. \nGrunds\u00e4tzlich sollte sich im Terrarium aber immer eine kleine \nWasserschale befinden, die den Tieren die direkte Aufnahme von \nFeuchtigkeit ge\u00adw\u00e4hrleistet, aber nicht die Gefahr des Ertrinkens \nhervorruft. <\/p>\n\n\n\n<p><strong>Beispiele: <\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>A: Tiere, die ganzj\u00e4hrig im Terrarium gehalten werden k\u00f6nnen: <\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Feuersalamander ( <em>Salamandra <\/em><em>salamandra <\/em>)  ben\u00f6tigt einen kleineren Wasserteil zur Larvenablage, <\/p>\n\n\n\n<p>Alpensalamander ( <em>Salamandra <\/em><em>atra <\/em>), Lykischer Salamander ( <em>Mertensiella <\/em><em>luschani <\/em>), verschiedene nord- und mittel\u00adamerikanische lungenlose Salamander der Gattungen <em>Plethodon, Bolitoglossa, Batrachoseps <\/em>etc., die meisten Querzahnsalamander der nordamerikanischen Gattung <em>Ambystoma <\/em> (z.B. <em> A. tigrinum <\/em>). <\/p>\n\n\n\n<p><strong>B: Tiere, die periodisch (\u00fcber mehrere Monate) im Terrarium gehalten werden k\u00f6nnen: <\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Vertreter der Gattungen <em>Triturus <\/em>, <em>Cynops <\/em> und andere au\u00dferhalb der Laich\u00adzeit (= Wasserphase, siehe unter Typ A Aquarium), T\u00fcrkische und Persische Gebirgsbachmolche ( <em>Neurergus <\/em> sp.) <\/p>\n\n\n\n<p><strong>Literatur (B\u00fccher): <\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Grosse, W.-R . (1994): Molche und Salamander. \u2013 Urania Verlag <\/p>\n\n\n\n<p>Herrmann, H.-J. (1994): Das Terrarium f\u00fcr den Anf\u00e4nger. \u2013 Tetra Verlag <\/p>\n\n\n\n<p>Herrmann, H.-J. (1994): Amphibien im Aquarium. \u2013 Ulmer Verlag <\/p>\n\n\n\n<p>Herrmann, H.-J. (2001\/2005): Terrarienatlas. Teil 1 und 2. \u2013 Mergus Verlag. <\/p>\n\n\n\n<p>Staniszewski, M . (1995): Amphibians in captivity. \u2013 T.F.H. Publications Inc. <\/p>\n\n\n\n<p>Literatur (Zeitschriften): <\/p>\n\n\n\n<p>Nur \u00fcber Aufs\u00e4tze in popul\u00e4r oder wissenschaftlich \nausgerichteten Zeitschriften lassen sich weitergehende Kenntnisse zur \nHaltung von Molchen und Salamandern erwerben. Hier finden sich auch \nBerichte \u00fcber Nachzuchten und besondere technische Einrich\u00adtungen: <\/p>\n\n\n\n<p>\u201eSalamandra\u201c, \u201eelaphe\u201c, \u201eMertensiella\u201c und \u201eAmphibia\u201c (alle \nvier Zeitschriften werden von der \u201eDeutschen Gesellschaft f\u00fcr \nHerpetologie und Terrarienkunde e.V.\u201c (DGHT), Postfach 1421, D53351 \nRheinbach herausgegeben). Weitere Zeitschriften sind herpetofauna, \nSauria, Lacerta, Reptilia, DATZ oder TI Magazin. <\/p>\n\n\n\n<p><strong>Kontakt: <\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Die allgemeinen Haltungsrichtlinien f\u00fcr Molche und Salamander \nwurden von der AG Urodela, einer Arbeitsgruppe der DGHT, ausgearbeitet. \nMitarbeiter: S. Bogaerts , (Nijmegen), F. Engels (Emmen), J. Fleck \n(Hanau), W.-R. Grosse (Queis ), K. Haker (Hilden), J. Kraushaar \n(Offenbach), W. Mudrack (Berlin), T. Mutz (M\u00fcnster), K.-P. Scholz \n(Korbach), G. Schultschik (Wien), B. Thiesmeier (Bielefeld). <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Allgemeine Haltungsrichtlinien f\u00fcr Molche und Salamander (PDF-Version) Die im folgenden zusammengefassten Haltungsrichtlinien f\u00fcr Molche und Salamander wenden sich vor allem an zwei Zielgruppen: 1. Beh\u00f6rdenvertreter (Naturschutz-, Umwelt-, Ordnungs- oder Veterin\u00e4r\u00e4mter auf Lokal- oder Landesebene), die die \u00dcberpr\u00fcfung der ordnungsgem\u00e4\u00dfen Haltung von Schwanzlurchen nach der Bundesartenschutzverordnung, dem Bundesnaturschutzgesetz und dem Tierschutzgesetz durchzuf\u00fchren haben. 2. Tierfreunde mit<span class=\"post-excerpt-end\">&hellip;<\/span><\/p>\n<p class=\"more-link\"><a href=\"https:\/\/www.ag-urodela.de\/en\/haltungsrichtlinien\/\" class=\"themebutton\">Read More<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"parent":0,"menu_order":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":{"footnotes":""},"class_list":["post-20","page","type-page","status-publish","hentry"],"translation":{"provider":"WPGlobus","version":"3.0.2","language":"en","enabled_languages":["de","en"],"languages":{"de":{"title":true,"content":true,"excerpt":false},"en":{"title":false,"content":false,"excerpt":false}}},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.ag-urodela.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/20","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.ag-urodela.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.ag-urodela.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.ag-urodela.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.ag-urodela.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=20"}],"version-history":[{"count":4,"href":"https:\/\/www.ag-urodela.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/20\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":218,"href":"https:\/\/www.ag-urodela.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/20\/revisions\/218"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.ag-urodela.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=20"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}